GEW Hessen News Feed http://dev.vbox.intern de_DE GEW Hessen Mon, 30 Mar 2020 06:42:34 +0200 Mon, 30 Mar 2020 06:42:34 +0200 TYPO3 EXT:news news-300 Sat, 28 Mar 2020 16:50:00 +0100 Notbetreuung auch in den Ferien? https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/300-notbetreuung-auch-in-den-ferien/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=8f512695f73be9e52881d3838aa86052 Informationen der GEW vom 28.3.2020 GEW-Kreisverband Groß-Gerau
Harald Freiling
Kreisrechtsberater

28.3.2020

Erweiterung der Notbetreuung auf Wochenenden und auf die Osterferien

In einer Pressekonferenz hat Kultusminister Lorz am Freitag, dem 27.3.2020, ein Angebot zur Erweiterung der Notbetreuung auf Wochenende, Feiertage und die Osterferien angekündigt. Details wurden in einem Schreiben an die Schulleitungen von Samstag, dem 28.3.2020, mitgeteilt. Den Wortlaut findet man hier:

 

https://kultusministerium.hessen.de/schulsystem/umgang-mit-corona-schulen/fuer-schulleitungen/schreiben-schulleitungen/erweiterung-der-notbetreuung-auf-wochenenden-und-auf-die-osterferien-0

 

Die erweiterte Notbetreuung kann nur von Eltern in Anspruch genommen werden, die unmittelbar in der Kranken- und Gesundheitsversorgung sowie in den Rettungsdiensten tätig sind und entweder alleinerziehend sind oder wenn auch der andere Elternteil in einem der bisher benannten Schlüsselberufe arbeitet und zeitgleich im Einsatz ist.

Über den konkreten Einsatz der Lehrkräfte für die erweiterte Notbetreuung während der Osterferien sowie an Wochenenden und Feiertagen sollen die Schulleitungen entscheiden.

Das Ministerium weist die Schulleitungen ausdrücklich an, den örtlichen Personalrat über die beabsichtigte Einteilung zu informieren und „ ihm Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben“.. 

Wörtlich heißt es in dem Erlass: „Vorrangig sollen Freiwillige berücksichtigt werden.“ In der Presseerklärung des Ministers vom 27.3. heißt es, er sei „optimistisch, dass wir eine ausreichende Zahl an Lehrkräften für die zusätzliche Notbetreuung finden werden – gerade auch, weil die anspruchsberechtigten Eltern bisher sehr umsichtig bei der Nutzung der Betreuungsangebote sind“.

Ausdrücklich ausgenommen sind schwangere und stillende Lehrerinnen. Lehrkräfte, die 60 Jahre und älter sind oder in Bezug auf das Corona-Virus ein erhöhtes Risiko durch relevante Vorerkrankungen tragen, „sollen aus Fürsorgegründen in der Regel nicht vorgesehen werden“. Für die GEW gilt wie bei den bisherigen Notbetreuungen, dass dies somit nur auf ausdrücklichen Wunsch der Lehrkraft erfolgen kann.

Die im Rahmen der Notbetreuung in den Osterferien (inkl. der Feiertage) und an Wochenenden geleistete Arbeitszeit soll von den Schulleitung erfasst und nach den Richtlinien über das Lebensarbeitszeitkonto ausgeglichen werden. Dabei soll „jede geleistete volle Zeitstunde als eine ganze Pflichtstunde gutgeschrieben“ werden.

Empfehlungen der GEW

Wir bitten die Schulpersonalräte ihre Beteiligungsrechte wahrzunehmen und insbesondere auf das Prinzip der Freiwilligkeit zu achten.

Außerdem ist verstärkt darauf zu achten, dass Kolleginnen und Kollegen, die in der bisherigen und genauso in der erweiterten Notbetreuung eingesetzt sind, von allen anderen Aufgaben freigestellt werden. Dazu verweisen wir auch auf eine Mail der Leiterin des Staatlichen Schulamts in Rüsselsheim vom 27.3.2020. Frau Hedde schreibt dazu:

„Hier leisten einzelne Lehrkräfte insbesondere an den Grundschulen Erhebliches - mit geringem Personalbestand werden teilweise ganztägig Betreuung durchgeführt, Schüler/innen begleitet und noch Koordination mit Kollegien bewerkstelligt. Auch da bitte ich darauf zu achten, die Kolleginnen und Kollegen nicht über Gebühr zu belasten und vor allem darauf, dass nicht alle Arbeit an Einzelnen hängenbleibt. Es ist durchaus möglich, dass auch Lehrkräfte, die z.B. zur Risikogruppe gehören, die Begleitung von Schülerinnen und Schülern von Kollegen übernehmen, die in der Notbetreuung eingesetzt sind.“

Wir fordern für die Kolleginnen und Kollegen, die solche Dienste übernehmen, beste Bedingungen, sowohl was Schutz- und Desinfektionsmaterial angeht als auch was die Entlastung und den Ausgleich danach oder während dieser Zeiten angeht.

Dabei müssen wir immer wieder deutlich machen, was die Notbetreuung auch bei maximal vier Kindern für ein Knochenjob ist. Wie soll man gerade in der Grundschule und in Kitas die Abstandsregelungen einhalten? Soll man die Kinder wie beim Abitur an Tische im Abstand von zwei Metern setzen? Dazu kommt immer auch die Angst um die eigene Gesundheit und die der eigenen Familie.

In dem Schreiben des Ministeriums gibt es keine Aussagen zum Einsatz von Kolleginnen und Kollegen, an deren Schulen keine Notbetreuung angeboten werden muss (Sekundarstufe I und II ab Klasse 7). Wir möchten von uns aus darauf hinweisen, dass selbstverständlich auch hier freiwillige Meldungen zum Einsatz an anderen Schulen möglich sind, für die dann dieselben Regelungen bezüglich Gutschriften, Entlastungen und Ausgleich gelten müssen.

Insgesamt sollte man zunächst abwarten, welcher Bedarf angemeldet wird. Seit dem 13.3. wurde der Kreis der anspruchsberechtigten Berufsgruppen mehrfach erweitert und auch der Wegfall der Voraussetzung, dass beide Elternteile zu einer systemrelevanten Berufsgruppe gehören müssen, führte nicht zu einer deutlichen Ausweitung der Zahl der Kinder in den Notbetreuungen. Dies zeigt, dass alle Eltern, die es irgendwie anders regeln können, ebenfalls die zusätzlichen Kontakte in der Notbetreuung meiden.

Sollte an einzelnen Schulen insbesondere von dem Grundsatz der Freiwilligkeit abgewichen werden, stehe ich als Kreisrechtsberater der GEW zur Verfügung: freiling.hlz@t-online.de

Als Bildungsgewerkschaft müssen wir uns dabei immer auch das Ausmaß der gegenwärtigen Krise und die Betroffenheit anderer Berufsgruppen und der Familien unserer Schülerinnen und Schüler vor Augen halten.

Viele weitere aktuelle Informationen findet Ihr auf den Internetseiten der GEW unter www.gew-hessen.de und www.gew-gg-mtk.de.

 

Harald Freiling, GEW-Kreisverband Groß-Gerau, Kreisrechtsberater

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Aktuell
news-299 Wed, 25 Mar 2020 14:50:00 +0100 Personalratswahlen werden verschoben https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/299-personalratswahlen-werden-verschoben/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=07b5ef986b90e12bd2e416624d77d79d Informationen vom 25.3.2020 Personalratswahlen werden verschoben

Informationen vom 25.3.2020

Der Landtag hat am 24.3.2020 ein Gesetz  beschlossen, dass die Amtszeit der bestehenden Personalräte längstens bis zum 31.5.2021 verlängert wird, Neuwahlen aber auch zu einem früheren Zeitpunkt angesetzt werden können. Damit war für uns die Hoffnung verbunden, dass wir bei einer Lockerung der aktuellen Restriktionen doch noch in diesem Schuljahr wählen können und die weit fortgeschrittenen Wahlvorbereitungen "unterbrochen" und danach "wieder aufgenommen" werden.

Unmittelbar nach der Abstimmung im Landtag erging ein den Gewerkschaften vorher unbekannter Erlass des Hessischen Innenministeriums, wonach allen Wahlvorständen und den bisher gefassten Beschlüssen „die rechtliche Grundlage entzogen“ ist und alle Vorbereitungen für die Wahlen „einzustellen“ sind. Damit ist diese Hoffnung hinfällig.

Die gesetzlichen Fristen für die Durchführung einer neuen Personalratswahl machen es faktisch unmöglich, dass die Personalratswahl noch in diesem Schuljahr durchgeführt werden kann. Angesichts der unsicheren Pandemielage und der Unbestimmtheit, wann die Bildungseinrichtungen wieder geöffnet werden, wird man die Wahlvorbereitungen nicht vor Beginn des Schuljahrs 2020/2021 wieder aufnehmen können.

 

Herzlichen Dank an alle Wahlvorstände

Die Kreisvorstände der GEW im Kreis Groß-Gerau und im Main-Taunus-Kreis bedanken sich zunächst ganz herzlich bei den Mitgliedern der Wahlvorstände in über 120 Schulen in der Bildungsregion Groß-Gerau/Main-Taunus und bei den Vorsitzenden und Mitgliedern des Gesamtwahlvorstands. Sie haben ihre Arbeit im November 2019  in gewohnter Zuverlässigkeit aufgenommen und mit großem Zeitaufwand bereits weitgehend abgeschlossen. Jetzt hoffen wir auf eure Unterstützung für einen neuen Anlauf! Alle können weiter mit der tatkräftigen Unterstützung durch die GEW rechnen und auf der im Dezember 2019 begonnenen Arbeit aufbauen. 

Wir empfehlen den Wahlvorständen auf allen Ebenen, die für die Wahl im Mai 2020 gesammelten Unterlagen und Beschlüsse aufzubewahren und zu  dokumentieren, so dass bei der Einleitung eines neuen Wahlverfahrens lediglich eine Aktualisierung erfolgen muss. Für die Gesamtwahlvorstände betrifft dies insbesondere auch die Aufbewahrung der Kontaktdaten der örtlichen Wahlvorstände.

Noch ist nicht abzusehen, wie lange die Schulen geschlossen bleiben. Danach müssen wir uns alle neu sortieren.

Neuwahl von Schulpersonalräten

Schulen, bei denen jetzt bereits absehbar ist, dass die Personalräte auf Grund von Rücktritten, Versetzungen oder Pensionierungen gegen Ende des Schuljahres nicht mehr arbeitsfähig sind, können sich an uns wenden. Wir beraten dann gern, wie unter Einbeziehung der bereits erfolgten Wahlvorbereitungen noch in diesem Schuljahr rechtskonform auf der Grundlage von § 24 Abs.1 ein neuer Schulpersonalrat gewählt werden kann.

Schon die ersten Tage der Schließung der Schulen haben gezeigt, dass die Beschäftigten in den Schulen starke Gewerkschaften und Personalräte brauchen. Die GEW unterstützt deshalb alle Personalräte nachdrücklich bei der Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Rechte auch in Zeiten der Corona-Pandemie.

Harald Freiling, GEW-Kreisrechtsberater

 

Aktuelle und kompetente Informationen der GEW Hessen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Beschäftigten im Bildungsbereich, zu ihren Rechten und zur Terminierung der anstehenden Personalratswahlen in Schulen, Bildungsverwaltung und Hochschulen finden Sie auch auf der Homepage www.gew-hessen.de

 

 

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Aktuell
news-298 Mon, 23 Mar 2020 11:42:59 +0100 Altstadtführung https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/298-altstadtfuehrung/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=13269f6ea683e5561a471e52fcd8a7b6 Am 22. August besichtigten Pensionär*innen und Rentner*innen der GEW Main-Taunus die neue Frankfurter Altstadt. Dieter Wesp wies in seiner Führung auf architektonische Details hin und erläuterte, wie die Rekonstruktion der alten Gebäude zustande kam und wie die neue Altstadt finanziert wurde. Anschließend traf sich die Gruppe bei vielen interessanten Gesprächen zum Essen im Restaurant Metropol.

Foto: Hildegard Pongratz-Porr, GEW

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Aus unserer Arbeit MTK
news-296 Thu, 19 Mar 2020 16:50:00 +0100 Corona und Präsenzpflicht https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/296-corona-und-praesenzpflicht/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=d216adc27c22a6d2b9acc2a0f7c152f5 GEW-Informationen für Personalräte Aktualisierung vom 19.3.20 Schulschließungen: Aktualisierung vom 19.3.2020

 

1.) Präsenz- und Anwesenheitsverpflichtungen

Unter anderem auf Nachfragen des Gesamtpersonalrats der Lehrerinnen und Lehrer (GPRLL), der unter anderem von der Durchführung Pädagogischer Tage oder von Anwesenheitsverpflichtungen für Fachkonferenzen oder Evaluationsbesprechungen berichtete, hat das Staatliche Schulamt am 19.3.2020 an das Schreiben der Schulamtsleiterin von 16.3.2020 erinnert und deutlich gemacht, dass die Hauptaufgabe der Lehrkräfte neben der Durchführung der Prüfungen und der Gewährleistung der Notbetreuung die Begleitung der Lernprozesse ist. Es müsse „sichergestellt sein, dass neben notwendigen Korrekturen und Kommentaren zu angefertigten Arbeiten auch Phasen der Erläuterung und Erklärung durch die Lehrkräfte umgesetzt werden.“ Dies könne „je nach Alter der Lernenden in Form von e-Mails oder telefonisch erfolgen.“ Das Schulamt erneuert den Hinweis, dass „diese Aufgaben durchaus von zu Hause aus geleistet werden“ können. Die Schulleitungen sollten somit „pragmatisch und im Sinne einer Vermeidung von nicht notwendigen Sozialkontakten entscheiden, wie hierzu die Anwesenheitspflicht der Lehrkräfte vor Ort erforderlich ist“.

Dies bestätigt noch einmal die Position der GEW in unserer Stellungnahme von 16.3. Der zuständige Abteilungsleiter im Hessischen Kultusministerium hat gegenüber dem Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer bereits am 18.3. ebenfalls deutlich erklärt, „dass eine Präsenzpflicht ohne dringlichen Grund dem Grundsatz der Vermeidung von sozialen Kontakten widerspricht“.

 

2.) Dokumentation der Arbeitszeiten am häuslichen Arbeitsplatz

Es ist weiter davon auszugehen, dass die Lehrkräfte, die ihre dienstlichen Aufgaben von zuhause aus wahrnehmen, die dafür aufgewendete Zeit dokumentieren müssen. Dafür liegen für den Bereich Groß-Gerau-Main/Taunus noch keine Anweisungen vor. Aufgrund einer entsprechenden Vorgabe des Staatlichen Schulamts Frankfurt teilt der GPRLL Frankfurt den dortigen Personalräten folgendes mit:

„Die Meldungen über die häuslichen und schulinternen Arbeitstätigkeiten ans Amt sollen nur einen Überblick geben, wie viele Menschen im Homeoffice sind, wie viele an Schulen sind - ohne die Nennung von Namen - und dass und wo gearbeitet wird. Eine detaillierte Arbeitszeitkontrolle von namentlich genannten Personen ist nicht vorgesehen und wird vom Schulamt auch nicht verlangt. Es

gibt eine rein numerische Abfrage um zu sehen, welche Lösungen an Schulen gefunden wurden, und dass diese im Einklang mit den gesundheitlichen Vorgaben stehen."

  

3.) Notdienste 

Es ist nicht auszuschließen, dass die Zahl der Kinder in den Notbetreuungen anwachsen wird, da die Landesregierung den Anspruch auf weitere Berufsgruppen erweitert hat. Die vollständige Liste findet man auf der Homepage des Sozialministeriums:

 

https://soziales.hessen.de/gesundheit/infektionsschutz/corona-hessen/umgang-mit-corona-kita-und-kindertagespflegestellen

 

Um den Sinn der Schulschließungen nicht zu konterkarieren, wird es wichtig sein, dass die Schulleitungen die Berechtigung überprüfen. Voraussetzung ist, dass die Berufstätigkeit beider Elternteile in einem der relevanten Bereiche  nachgewiesen und eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorgelegt  wird, „dass ihre Tätigkeit zwingend erforderlich ist“.  Die GEW erwartet, dass das HKM und die Schulämter die Schulleitungen in die Lage versetzen, diese Prüfungen vorzunehmen.

 

Weitere Informationen der GEW Hessen findet man unter www.gew-hessen.de

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Aktuell
news-295 Tue, 17 Mar 2020 16:50:00 +0100 Corona und Präsenzpflicht https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/295-corona-und-praesenzpflicht/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=e1802bcc92aa54e50eb50b3424757a91 GEW-Informationen für Personalräte Präsenzzeiten für Lehrkräfte widersprechen den gesundheitspolitischen Notwendigkeiten und den Rechtsverordnungen der Landesregierung

 

„Eigentlich müsste man sagen: ‚Am besten trifft sich niemand mehr‘.“ Mit diesen deutlichen Worten beschrieb Ministerpräsident Bouffier heute abend die Dramatik der aktuellen Situation. Die GEW hat deshalb überhaupt kein Verständnis dafür, dass für die Lehrkräfte einiger Schulen, wie uns heute berichtet wurde, Präsenzzeiten, Konferenzen und Sitzungen von Planungs- oder Arbeitsgruppen angeordnet werden.

 

Die GEW hat keinen Zweifel, dass die Entscheidung, die Schulen bis zu den Osterferien zu schließen, gerechtfertigt bzw. dringend geboten ist. Genauso selbstverständlich ist es für uns, dass die Lehrerinnen und Lehrer in dieser Zeit im Dienst sind. Sie organisieren den Notdienst zur Betreuung der Kinder dafür berechtigter Eltern, sie sorgen dafür, dass die Prüfungen, insbesondere das Abitur, durchgeführt werden können und sie unternehmen große Anstrengungen, damit das schulische Lernen in dieser Zeit in geeigneter Form fortgesetzt werden kann. Für die Kommunikation mit den Schülerinnen und Schülern müssen die am häuslichen Arbeitsplatz vorhandenen Geräte genutzt werden. Die Nutzung von Geräten in den Lehrerzimmern würde der Vermeidung von Sozialkontakten widersprechen und die Zeiten, in denen Lehrkräfte mit Schülerinnen, Schülern und Eltern über die Aufgaben kommunizieren, unsinnigerweise einschränken. Anwesenheitszeiten, die nicht für die Durchführung von Prüfungen und die Notbetreuung erforderlich sind, sind widersinnig und kontraproduktiv. Absprachen der Lehrkräfte oder Planungsaufgaben müssen wie in allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung und der Wirtschaft derzeit auf digitalem Weg oder per Telefon erfolgen. In einer Verfügung des Staatlichen Schulamts für den Main-Kinzig-Kreis heißt es klipp und klar: „Es gibt keine Präsenzpflicht für Lehrkräfte und das pädagogische Personal vor Ort außerhalb der schriftlichen Prüfungen im Landesabitur und  der Notbetreuung.“

Im Einzelnen weist die GEW auch auf die folgenden Fakten hin:

  • In dem zweiten Schreiben des Hessischen Kultusministeriums vom 15.3. an alle Schulleitungen taucht das Wort „Präsenzzeit“ überhaupt nicht mehr auf.
  • In demselben Schreiben stellt das Kultusministerium klar, dass „Personal ab einem Alter von 60 Jahren und alle, bei denen eine Grunderkrankung (…) vorliegt, sowie Personen mit unterdrücktem Immunsystem“ in der Notbetreuung „nur auf freiwilliger Basis“ eingesetzt werden kann.
  • In einer Dienstanweisung des Hessischen Kultusministeriums an die Beschäftigten der Bildungsverwaltung (Lehrkräfteakademie, Staatliche Schulämter) finden sich großzügige Regelungen für Eltern, die ein Kind unter 12 Jahren zu betreuen haben. Dabei müssen „die Möglichkeiten der Telearbeit und des mobilen Arbeitens (…) in Betracht gezogen werden“. Entsprechende Aussagen wünschen wir uns auch für die Lehrerinnen und Lehrer und die sozialpädagogischen Fachkräfte in den Schulen.
  • Die Vorsitzenden des Gesamtpersonalrats der Lehrerinnen und Lehrer werden die Leiterin des Staatlichen Schulamts in Rüsselsheim aufgrund der heute eingegangenen Berichte aus einzelnen Schulen zu entsprechenden Klarstellungen insbesondere zu Präsenz- und Anwesenheitszeiten auffordern.
  • Viele Schulen haben vernünftige und einvernehmliche Wege gefunden, den Notwendigkeiten gerecht zu werden. Gleichzeitig fordern wir aber die Kolleginnen und Kollegen, die an einzelnen Schulen mit unsinnigen, rein schematischen Präsenzzeiten, Konferenzverpflichtungen oder anderen Arbeitsgruppen konfrontiert werden, auf, diesen umgehend gegenüber dem Staatlichen Schulamt zu widersprechen.

Unterm Strich kommt es darauf an, in den Schulen sofort vernünftige Lösungen zu finden, wie man den Notwendigkeiten entsprechen kann (Notdienst für eine kleine Gruppe, Durchführung von Prüfungen, Fortsetzung des schulischen Lernens ohne persönlichen Kontakt), soziale Kontakte auch in kleineren Gruppen am Arbeitsplatz ausschließt und die Kolleginnen und Kollegen schützt, die zu einer Risikogruppe gehören oder durch die Betreuung ihrer eigenen Kindern zusätzlich gefordert sind.

 

Weiterführende Informationen und Antworten der GEW Hessen findet man auf der Homepage der GEW Hessen

www.gew-hessen.de

 

 

Mit freundlichem Gruß

Harald Freiling

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Aktuell
news-293 Sat, 29 Feb 2020 16:50:00 +0100 GEW spricht mit den Personalräten der Gesamtschulen und fordert neue Schulen im Kreis https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/293-gew-spricht-mit-den-personalraeten-der-gesamtschulen-und-fordert-neue-schulen-im-kreis/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=32852c451472366b040557a8f9666784 Pressemitteilung des KV Groß-Gerau Bildungsgewerkschaft GEW spricht mit den Personalräten der Gesamtschulen und fordert neue Schulen im Kreis

 

Der Kreis Groß-Gerau steht vor riesigen Herausforderungen: Er wuchs zwischen 2015 und 2018 um 8214 Einwohner. Allein für die Grundschulen wird von 2014 bis 2028 einen Anstieg um 1761 SchülerInnen prognostiziert, in den Sekundarstufen werden in diesem Zeitraum 1916 SchülerInnen mehr erwartet.

 

 

Angesicht der dramatischen Situation hat der Kreis am 9. Dezember 2019 eine Grundsatzentscheidung über ein Ausbaukonzept gefasst. 365 Millionen Euro werden bereitgestellt, um bestehende Schulen zu erweitern. Geplant sind Anbauten oder Neubauten auf dem Gelände von bestehenden Schulen. Keine neue Schule ist geplant.

Als Reaktion darauf hat die Bildungsgewerkschaft GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) zu einem gut besuchten Treffen der Gesamtschulen eingeladen, an dem auch der Vorsitzende des Kreiselternbeirats, Herr Stein, die Schulleiter der Martin-Buber-Schule, Herr Stannarius, und der Martin-Niemöller-Schule, Herr Buhl, anwesend waren.

Die Integrierten Gesamtschulen (IGSen) nehmen einen Großteil der Zuzügler und Schülerinnen und Schüler aus geburtenstarken Jahrgängen auf. Sie werden aufgrund ihrer guten Arbeit stark angewählt. Verschärft wird die Lage im Südkreis durch die Weigerung Weiterstadts Schüler aus dem Kreisgebiet aufzunehmen. Fast alle IGSen  sind aber an den Grenzen ihrer Aufnahmekapazitäten angelangt, platzen aus allen Nähten. In mehreren Gesamtschulen wurden Container als Klassenräume aufgestellt.

Die Martin-Buber-Schule musste deshalb in diesem Schuljahr 2019 / 20 zehn fünfte Klassen bilden. Für das Lehrerkollegium  ist es überhaupt nicht vorstellbar, dass ihre Schule noch größer und unübersichtlicher werden.

Ähnliches gilt für die Bertha-von-Suttner- Schule in Mörfelden, die Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt und die Rüsselsheimer Gesamtschulen.

Unter den Anwesenden herrscht weitgehend Konsens über folgende Gesichtspunkte:

● Mit den steigenden Schülerzahlen kommen die Integrierten Gesamtschulen über die Grenzen ihrer Kapazität. Sie wachsen zu immer riesigeren anonymen Schulsystemen. Es wird immer schwieriger, anspruchsvolle und erfolgreiche pädagogische Konzepte und die Inklusion weiterhin umzusetzen.

● Die Zahl der Querversetzungen aus den Gymnasien steigt, diese Schülerinnen und Schüler werden meistens von den IGSen aufgenommen. Bestehende Klassenstrukturen müssen demnach aufgelöst und neu geordnet werden. Die betroffenen SuS bringen Erfahrungen des Scheiterns in der Schule mit und müssen pädagogisch aufgefangen werden.

● Die IGSen sind ein Erfolgsmodell. Doch dieser Erfolg ist nur durch eine gute Durchmischung der Schülerschaft zu erreichen. Die Martin-Buber-Schule und die Martin-Niemöller-Schule haben keine Oberstufe, Ihre Schüler müssen nach der zehnten Klasse die Schule wechseln, wenn sie eine Oberstufe besuchen wollen. Viele Schülerinnen und Schüler mit gymnasialer Empfehlung besuchen lieber eine Schule mit Oberstufe.

● In großen Systemen kennen sich die Lehrkräfte nicht mehr untereinander, sie kennen die meisten SuS nicht mehr, alle verlieren den Überblick. Die Räumlichkeiten reichen nicht mehr aus, die Gestaltung von Stundenplänen wird extrem schwierig, Turnhallen genügen nicht mehr für den Sportunterricht, Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht fehlen, Differenzierungsräume für einen modernen Unterricht und Inklusion sind nicht oder nicht genügend vorhanden, viele pädagogischen Vorhaben sind nicht umsetzbar.

● Die steigenden Schülerzahlen bringen mit sich, dass die Wahlmöglichkeiten der Eltern,

welche Schule ihr Kind besucht, sinken. Durch die neuen Lenkungsverfahren kann es sein, dass Schulwege länger und entsprechend gefährlicher werden und ein Losverfahren kann keine pädagogische Lenkung ersetzen.

 

Die GEW unterstützt die Forderungen der anwesenden Lehrkräfte, Eltern und Schulleiter:

● Keine IGS darf größer als 8-zügig sein. Ideal wäre eine vier- bis sechs-Zügigkeit.

● Wir sind gegen eine Erweiterung von bestehenden Schulen und für den Bau

von neuen IGSen im Kreis Groß-Gerau.

● Die IGSen des Südkreises sollten eine eigene Oberstufe bekommen.

 

In diesem Zusammenhang: Die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans des Kreises Groß-Gerau steht in diesem Jahr an. Die GEW und der Kreiselternbeirat werden sich dafür einsetzen, dass er diskutiert und tatsächlich fortgeschrieben wird, und dass dabei pädagogische Gesichtspunkte angegangen werden.

 

Martin Einsiedel                                        Nathalie Thoumas

 

für den GEW-Kreisvorstand

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Aktuell
news-294 Sat, 29 Feb 2020 16:50:00 +0100 Internationale Woche gegen Rassismus https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/294-internationale-woche-gegen-rassismus/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=d4fa8ddbe13a37193d47f4ffb849d1d8 05. März - 03. April 2020 Der Kreisvorstand der GEW-Groß-Gerau unterstützt die Aktion Der rassistische Terrorakt in Hanau macht uns wütend und trifft uns auf tiefste emotional. Als ob die Tat an sich nicht furchtbar genug wäre empört und macht es uns noch wütender, wenn die Tat verharmlost, bagatellisiert oder als Amoklauf deklariert wird – und das nicht nur von Menschen, die rechtsextremen und rassistischen Ideologien folgen!

Wenn eine Gesellschaft Rassismus aufrichtig bekämpfen möchte, muss sie sich zunächst der Tatsache stellen, dass Rassismus existiert. Sie existiert nicht nur im zwischenmenschlichen Miteinander, sondern in Gesetzgebungen, Regelungen und Strukturen. Rassismus ist insbesondere als Erbe des Kolonialismus in den Denk-und Handlungsmustern tief verankert. Die Zeit der Relativierungen und der Bagatellisierungen muss sofort aufhören!

Wir sind alle von Rassismus betroffen und zum Handeln aufgerufen. Umso wichtiger ist unser tägliches Tun und Sprechen über Demokratie, über Menschenrechte, über das respektvolle Zusammenleben miteinander und nicht gegeneinander.

Als Beitrag dazu und im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus haben viele Akteur*innen im Landkreis Groß-Gerau Veranstaltungen organisiert, die sich mit Rassismus, Respekt, Menschenrechten, Demokratie und vielen anderen Themen auseinandersetzen.

Das Programmheft 2020 für den Landkreis Groß-Gerau

Link auf die Webversion des Programmheftes

 

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Aktuell
news-287 Mon, 24 Feb 2020 16:50:00 +0100 Generationenwechsel https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/287-generationenwechsel/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=fa9da23bc2ccbdc57722758e28324a66 GEW Groß-Gerau wählt neuen Vorstand Generationenwechsel

GEW Groß-Gerau wählt neuen Vorstand

Der Kreisverband Groß-Gerau der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat einen neuen Vorstand. Harald Freiling und Bernd Heyl, die den Vorstand über viele Jahre hinweg repräsentierten, standen nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung. Der Kreisverband der Bildungsgewerkschaft mit über 1.100 Mitgliedern in Schulen, Kitas und außerschulischen Bildungseinrichtungen wird jetzt von einem Vorsitzendenteam geleitet. Es besteht aus Robert Hottinger (Immanuel-Kant-Schule Rüsselsheim), Claudia Kuse (Pestalozzischule Raunheim), Margot Marz (Neues Gymnasium Rüsselsheim), Doro Schäfer (Mittelpunktschule Trebur) und Nathalie Thoumas (Martin-Buber-Schule Groß-Gerau). Als Kassenwart wurde Bernhard Trillig bestätigt. Friedhelm Ernst (Berufliche Schulen Groß-Gerau) ist für die Homepage verantwortlich. Bernd Heyl und Harald Freiling werden als GEW-Vertreter im DGB-Kreisvorstand und als Kreisrechtsberater weiter im Kreisvorstand mitarbeiten. Weitere Mitglieder des Kreisvorstands sind Ralf Becker (Werner-Heisenberg-Schule Rüsselsheim, Verena Dietz und Isabella Brauns (beide Karl-Treutel-Schule Kelsterbach), Martin Einsiedel (Humboldtschule Rüsselsheim), Judith Glock (Goetheschule Rüsselsheim), Katharina Grossardt (Gustav-Heinemann-Schule Rüsselsheim), Petra Hesse-Kraus (Goetheschule Groß-Gerau), Judith Mohl (Waldenserschule Mörfelden-Walldorf), Stefanie Margaritis (IGS Mainspitze), Sabine Launer (Martin-Niemöller-Schule Riedstadt) und Karola Pruschke-Löw.

In der Mitgliederversammlung ging es außerdem um die aktuelle Arbeitsschwerpunkte des GEW-Kreisverbands. Die Schulbauinitiative des Kreises Groß-Gerau ist auf Grund deutlich steigender Schülerzahlen aus Sicht der GEW „dringend erforderlich, aber bei weitem nicht ausreichend“. In der Sekundarstufe I hält die GEW den Bau neuer Integrierter Gesamtschulen für erforderlich, da die bestehenden Gesamtschulen den Schülerzuwachs nicht mehr verkraften können, ohne dass die Grenze des pädagogisch Zumutbaren überschritten wird. Ein weiterer Schwerpunkt ist der neue Schulentwicklungsplan der Stadt Rüsselsheim, zu dem die GEW eine umfassende Stellungnahme vorbereitet. Außerdem benannte die Mitgliederversammlung die Kandidatinnen und Kandidaten für den Gesamtpersonalrat beim Staatlichen Schulamt in Rüsselsheim, der wie alle Schulpersonalräte im Mai 2020 neu gewählt.

Im Namen des neuen Vorsitzendenteams dankte Margot Marz den beiden langjährigen GEW-Kreisvorsitzenden Harald Freiling und Bernd Heyl für ihre engagierte Arbeit in der gewerkschaftlichen Interessenvertretung und für ihre Bereitschaft, die Arbeit des GEW-Kreisvorstands weiter zu unterstützen.

 

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Aktuell
news-280 Sat, 18 Jan 2020 16:50:00 +0100 Schulentwicklungsplan der Stadt Rüsselsheim https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/280-schulentwicklungsplan-der-stadt-ruesselsheim/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=dddc0e925cbf3fa38f36e330b2893907 GEW nimmt zum Schulentwicklungsplan der Stadt Rüsselsheim ausführlich Stellung Nach einem Treffen mit den Personalräten der Rüsselsheimer Schulen hat der Kreisverband Groß-Gerau zum Rüsselsheimer Schulentwicklungsplan eine Stellungnahme verfasst.

18.2.2020

 

Stellungnahme des Kreisverbandes Groß-Gerau der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zum Entwurf des Schulentwicklungsplans für die Stadt Rüsselsheim 2019-2025

 

Kommunale Schulentwicklungsplanung hat die gleiche Grundvoraussetzung wie die gelingende Schulentwicklung einer Einzelschule: Erfolge sind nur möglich, wenn die Betroffenen, insbesondere Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern aktiv am Prozess beteiligt werden. Nicht zuletzt deshalb betont das Hessische Schulgesetz den partizipativen Charakter von Schulentwicklung. Schulentwicklungspläne werden alle fünf Jahre von den Schulträgern (Städte oder Landkreise) erstellt und sind immer eine gute Gelegenheit, innezuhalten, über schulpolitische Entwicklungen nachzudenken, das intensive Gespräch zu suchen und eine Bürgerbeteiligung von hoher Qualität anzustreben.

 

Der Magistrat der Stadt Rüsselsheim und die bildungspolitisch Verantwortlichen der Stadt haben mit der Einrichtung einer „Dialoggruppe“ einen Teil der Schulgemeinde in die Diskussion einbezogen. Lehrerinnen und Lehrer, also die Kollegien der Schulen, blieben außen vor. Es ist daher nicht verwunderlich, dass in vielen Kollegien kaum bekannt ist, dass an einem neuen Schulentwicklungsplan gearbeitet wird. Die vorliegende Stellungnahme der GEW basiert auf einer intensiven Diskussion des Entwurfs im GEW-Kreisvorstand und auf Rückmeldungen aus den Kollegien u. a. im Rahmen eines Personalrätetreffens am 6.2.2020. Ausdrücklich weist der GEW Kreisvorstand darauf hin, dass Rückmeldungen der Schulleitungen keine Rückmeldungen „der Schulen“ sind und sich hier insbesondere im Hinblick auf Schulgrößen oft fundamental andere Einschätzungen ergeben.

 

Die GEW bedauert, dass offenbar vor dem Hintergrund steigender Schülerzahlen und der Notwendigkeit, einen nicht erwarteten Raumbedarf abdecken zu müssen, mehr noch als im vergangenen SEP Aspekte einer qualitativen Schulentwicklung in den Hintergrund treten.

 

Als die ersten Hochrechnungen des Instituts GEBIT Anfang September 2019 präsentiert wurden, war klar, dass diese in ihrer Dimension für die Schulen der Stadt Rüsselsheim eine erheblich größere Herausforderung bedeuten würden als erwartet. Lange Zeit ging man auch in Rüsselsheim davon aus, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler sinken würde. Jetzt können die Verantwortlichen froh sein, dass Pläne für die Schließung von Schulen nicht umgesetzt werden und alle Grundschulen und vor allem die Gerhart-Hauptmann-Schule weiter verfügbar sind.

Bedingt durch Zuzug, höhere Geburtenraten und größere Wohnbauprojekte in verschiedenen Stadtteilen steigen die Schülerzahlen massiv an und so gut wie alle Rüsselsheimer Schulen werden davon betroffen sein. Steigende Schülerzahlen sind schon seit 2014 zu beobachten (Sozialdaten des Kreismonitor GG 2018) und dennoch scheint der Anstieg überrascht zu haben, denn der vorgelegte Schulentwicklungsplan wirkt wie eine Notfallplanung für die nächsten Jahre zur quantitativen Bewältigung der Schülerpopulation.

 

Man glaubte, nach diversen Beschlüssen, in denen Neu-, Um- und Anbauten in Angriff genommen bzw. auf den Weg gebracht wurden (Sophie-Opel-, Alexander-von-Humboldt-, Georg-Büchner-Schule), zur Beruhigung der politischen Diskussion und zur deutlichen Verbesserung der Schulsituation beigetragen zu haben. Doch der Sanierungsstau an den anderen Schulen wurde damit nicht einmal in den Blick genommen, er besteht immer noch.

 

Die Aufnahmekapazitäten an so gut wie allen Schulen sind im Schuljahr 2019/20 bereits erschöpft, behelfsmäßige Klassenräume (Module, Kellerräume, Ausweichen an andere Schulen) sind keineswegs Ausnahmen an Rüsselsheimer Schulen. Im umliegenden Kreis sieht es nicht viel besser aus: „365 Millionen für größere Schulen in Groß-Gerau. Der Kreis reagiert auf wachsende Schülerzahlen mit einem breit angelegten Erweiterungsprogramm“. ( Main-Spitze , Echo 28.12.2019 )

 

Dass die Unterbringung der jetzigen und zukünftigen Schülerinnen und Schüler im Focus des neuen Schulentwicklungsplans steht, ist verständlich und muss nicht diskutiert werden, aber darauf kann und darf sich eine seriöse, auf Zukunft ausgerichtete Schulentwicklungsplanung keinesfalls beschränken.

 

Hier setzt die Hauptkritik des GEW-Kreisverbandes an:

 

Es fehlt weiterhin ein Gesamtkonzept für die Entwicklung der Schullandschaft in Rüsselsheim, ein Konzept, das sich den Herausforderungen der Zukunft und den besonderen Bedingungen der Stadt stellt. War dies schon ein Mangel bei der vorhergehenden Schulentwicklungsplanung, so wird dies jetzt noch einmal besonders deutlich. Eine qualitativ tragfähige Schulentwicklung darf sich nicht auf die Abfragen des Ist-Zustandes an den Schulen und die Hochrechnung der ermittelten Daten beschränken. Diese Schwachstelle wird sich möglicherweise besonders negativ bemerkbar machen, wenn es darum geht, eine Prioritätenliste für die anstehenden Baumaßnahmen mit einer ungefähren Zeitplanung zu erstellen, was dringend notwendig sein wird bei der Fülle der Aufgaben. Nach welchen Kriterien wird man vorgehen? Gilt das Sprichwort: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst?

 

Im vorgelegten SEP fehlen Zahlen und entsprechend Analysen zur Bevölkerungsstruktur, die Aufschluss darüber geben müssten, wo sich die wachsenden Aufgaben für die Schulen bündeln. Zu deren Lösung muss die Stadt mit unterstützender Infrastruktur beitragen. Ein Blick in den Kreismonitor Sozialdaten zeigt:

 

  • Der Bevölkerungsanteil der Kinder und Jugendlichen liegt in Rüsselsheim mit 21% um 10% höher als im Rest des Kreises Groß-Gerau.
  • Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Familien, die mit Hilfe zum Lebensunterhalt (SGB II) unterstützt werden, ist mit fast 23% ebenfalls am höchsten im Kreis.
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Der Anteil von Arbeitsmigranten ist in Rüsselsheim groß, viele leben schon in 2. und 3. Generation hier, hinzu kommen in neuerer Zeit Flüchtlingsfamilien und sicher einige unbegleitete jugendliche Flüchtlinge, konkrete Zahlen stehen nicht zur Verfügung, wären aber hilfreich: Wie hoch ist ihr Anteil in Gymnasien, Haupt-, Real- bzw. Gesamtschulen? Wie verteilen sich sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler auf die Schulformen? Die Heterogenität der Schülerschaft hat Auswirkungen auf die Arbeit in den Schulen, was mitbetrachtet werden muss, wenn man wirklich die Chancen aller Kinder auf gute Bildung gewährleisten will. Wir wissen, dass dies nicht allein den Zuständigkeitsbereich des Schulträgers betrifft, sondern dass der Landtag mit in die Verantwortung für das pädagogische Personal zu nehmen ist. Der Schulträger kann hier jedoch seine Einflussmöglichkeiten nutzen. In Bezug auf den hohen Förderbedarf und die Bewältigung zusätzlicher Aufgaben in sozialen Brennpunkten sollte der Schulträger insbesondere auf eine stärker Gewichtung des Sozialindexes bei der Zuweisung von Lehrerinnen und Lehrern und Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen drängen.

 

Vieles, was immer noch als selbstverständliche Aufgabe der Familien angesehen wird, muss in der Schule kompensiert werden. Die Vielfalt und Komplexität zentraler Aufgaben, unter anderem Förderung, insbesondere Sprachförderung, Integration, Inklusion, Organisation und Ausbau von schulischer Betreuung, haben enorm zugenommen. Die Überlastungsanzeigen von Lehrerinnen und Lehrern, die sich in der letzten Zeit vermehrt zu schwierigen Arbeitsbedingungen geäußert haben, weisen darauf hin. Das Gelingen von Schule liegt an vielen Faktoren und die Stadt kann ihren Teil dazu beitragen. Dazu in den folgenden Punkten mehr.

 

Grundschulen:

Nach den Prognosen des Instituts GEBIT müssen bis 2024/25 allein in den Grundschulen über 450 Schülerinnen und Schüler mehr beschult werden als zurzeit. Dies bedeutet, dass die Klassenzahl in den nächsten 5 Jahren um 18 steigen würde, was der Schülerzahl einer viereinhalbzügigen Schule entspricht.

 

Mehr oder weniger alle Grundschulen werden von diesem Zuwachs betroffen sein. Will man mehr Kinder beschulen, wächst der Raum- und Ausstattungsbedarf erheblich und auch der Personalbedarf in Sozialarbeit und Nachmittagsbetreuung. Wer die Schulen kennt, weiß was das bedeutet: Allein die Hasengrundschule wird zukünftig statt 13 Klassenräume 20 benötigen. Die auf ihrem Gelände aufgestellten und derzeit von der Sophie-Opel-Schule als Klassenräume genutzten Module sollten nach Umzug eigentlich in der Nachmittagsbetreuung genutzt werden, auch sie werden wohl für Klassenräume gebraucht. Keine Schule hat ausreichend, bzw. ausreichend ausgestattete, Räume für die Anforderungen der Inklusion und der Ganztagsbetreuung.

Für mehr Räumlichkeiten muss mehr Platz bebaut werden. Ein ausreichendes Außengelände zum Spielen und Toben ist bei immer länger verbrachter (Frei-) Zeit in der Schule und beengten Wohnverhältnissen unabdingbar.

 

Es kann nicht nur darum gehen, an den Schulen immer mehr irgendwo anzubauen – auch wenn das kurzfristig notwendig erscheint. Darum ist der Bau einer weiteren neuen Grundschule jetzt schon zu planen, auch wenn die Bebauung der „Eselswiese“ und die daraus sich ergebende Notwendigkeit einer Entlastung der Otto-Hahn-Schule erst für die nächste Schulentwicklungsplanung akut werden wird.

 

Zu begrüßen ist, dass das Gebäude der Grundschule Innenstadt neben der zur Grundschule umzugestaltenden Parkschule weiter als Schule genutzt werden soll. Der Umzug der Grundschule Innenstadt ist mit dem Auslaufen der Haupt- und Realschulen 2021 bereits geplant und das Kollegium hatte sich mit neuen Konzepten und den Räumlichkeiten der Parkschule beschäftigt. Die Neugründung einer Schule wäre an beiden Standorten möglich, falls das Kollegium der GS Innenstadt einen Umzug in das Parkschulgebäude bevorzugt, würde die GEW dies unterstützen.

 

Grundsätzlich hat die enge Abstimmung mit betroffenen Schulen – und damit sind ausdrücklich die Kollegien an den Schulen gemeint – noch immer zu besserem Gelingen beigetragen, denn die Betroffenen wissen am besten, was sie brauchen und wie sie ihren Aufgaben gerecht werden können.

 

Es wird Veränderungen im Zuschnitt der Schulbezirke geben, daran können sich Hoffnungen aber auch Befürchtungen knüpfen. Grundschulen sind die einzigen echten Gesamtschulen mit hohem Integrationsfaktor, darauf sollte beim Zuschnitt der Einzugsbereiche geachtet werden. Schon bei der Stadtentwicklung werden Weichen gestellt und Rüsselsheim hat bisher gut daran getan, keine echten sozialen Brennpunkte entstehen zu lassen. Auf eine Durchmischung der Wohnbevölkerung sollte weiter dringend geachtet werden, so auch beim Zuschnitt von Schulbezirken.

 

Weiterführende Schulen

Die Schülerzahl an den weiterführenden Schulen wird – mit einer Verzögerung von 4 bis 5 Jahren – ebenfalls steigen: „Insgesamt werden bis zu 34 Eingangsklassen an den weiterführenden Schulen (…) gebildet, denen eine vorhandene Kapazität von 30 Zügen an 5 weiterführenden Schulen gegenübersteht.“ Wird der Zuwachs, der sich durch die geplanten Wohnbauprojekte ergibt, mitberücksichtigt, erhöht sich die Zahl der 5. Klassen um weitere 3 Züge. (GEBIT, SEP Ausblick 2028/29, S.139)

 

Ab dem Schuljahr 2021/22 gibt es 5 weiterführende Schulen in städtischer Trägerschaft, 2 Gymnasien, eine Kooperative Gesamtschule und zwei Integrierte Gesamtschulen. Die Sophie-Opel-Schule als KGS führt die 5./6. Klassen als Förderstufe und folgt ab der 7. Klasse dem klassischen dreigliedrigen System: Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialklassen.

 

 

Die beiden Gymnasien stoßen schon jetzt an ihre Grenzen, insbesondere die IKS ist stark sanierungsbedürftig, wo schon seit Jahren zusätzlich in beengten Kellerräumen ohne nennenswertes Tageslicht und seit letztem Schuljahr in maroden Containern unterrichtet werden muss. Beide Gymnasien sind zu G9 zurückgekehrt, was vorübergehend zu einer Erhöhung der Schülerzahl führt, da ein Doppeljahrgang entsteht. Die Zahl der Übergänge von den Grundschulen an die Gymnasien beträgt insgesamt knapp 50%, von denen viele Schülerinnen und Schüler allerdings im Rahmen einer „Querversetzung“ zwischen der 7. und der 9. Klasse an eine IGS wechseln. Die hohe Klassenbildungsfrequenz in den 5. Klassen reduziert sich also an den Gymnasien, während die Zahl der Schülerinnen und Schülern an den IGS in höheren Klassenstufen durch Schulwechsel steigt. Die pädagogische Kontinuität ist insbesondere auch deshalb gefährdet, weil die IGS keine Plätze für die Rückkehrer aus dem dreigliedrigen Schulsystem vorhalten dürfen, sondern ab der Jahrgangsstufe 5 die Klassenobergrenzen voll ausschöpfen müssen. Dieser Schulwechsel beinhaltet zudem die Negativerfahrung des Versagens, denn „man hat es am Gymnasium nicht geschafft“, was wenig motivierend ist für den Start an einer neuen Schule.

 

Die Mehrzahl der Rüsselsheimer Schülerinnen und Schüler wird also an den Gesamtschulen beschult, sie leisten die Hauptlast der Integrations- und Bildungsarbeit. Die GEW kann der Option von GEBIT nicht folgen, die vorschlägt „die drei Gesamtschulen siebenzügig und beide Gymnasien sechszügig zu führen, um die Schullandschaft entsprechend des Wachstums auf 33 Züge zu erweitern.“ (SEP Ausblick, S.140) Dass perspektivisch gerade diese Schulen siebenzügig geführt werden sollen, um alle Schüler aufnehmen zu können, erscheint in Anbetracht der von den Gesamtschulen zu leistenden Aufgaben pädagogisch nicht sinnvoll.

  • Das wegen seiner für heterogene Schülerschaft günstige Konzept von Buchfeld-Burow (Kassel-Waldau) wurde hoch gelobt und zu Beginn der Planung der Sophie-Opel-Schule favorisiert. Es wäre aber nur sinnvoll bei einer maximalen 4-Zügigkeit umzusetzen gewesen, so wurde es dann leider nicht umgesetzt.
  • Die Gerhart-Hauptmann-Schule wurde auf 5-Zügigkeit ausgerichtet und entsprechende Konzept- und Raumplanungen bereits im Kollegium vorgenommen. Es ist kaum vorstellbar, wie an diesem begrenzten Standort eine 7-Zügigkeit für mehr als 1.000 Schüler geschaffen werden könnte.
  • Auch mit Fertigstellung der Anbauten an der Alexander-von-Humboldt wäre die Erhöhung der Zügigkeit auf 7 mit Qualitätsverlusten in der pädagogischen Arbeit und Erhöhung der Stressfaktoren verbunden, kritisiert der Personalrat der Schule.

 

Die große Heterogenität der Schülerschaft erfordert ein hohes Maß an Differenzierung, für Inklusionsklassen, Sprach-Intensivkurse, PuSch-Klassen und Nachmittagsbetreuung sind darüber hinaus zusätzliche Räume nötig. Für Kinder mit Förderungsbedarf beispielsweise in motorischer, sozialer und/oder sprachlicher Kompetenz müssen Räume zur Verfügung stehen. Es darf nicht vergessen werden: Mehr Schülerinnen und Schüler bedeutet mehr Verwaltung, mehr Personal, mehr Arbeitsplätze auch für multiprofessionale Teams. Mit einer höheren Anzahl von Klassenräumen alleine ist nichts gewonnen.

Schulen mit Ganztagsangeboten (inzwischen an den Schulen mindestens an 3 Tagen in der Woche üblich) brauchen ebenfalls Räumlichkeiten mit attraktiver Ausstattung und eine funktionierende Mensa – vor allem wenn sie perspektivisch tatsächlich einmal die Anforderungen von echten Ganztagsschulen erfüllen sollen. Noch stellt sich die Nachmittagsbetreuung an den Schulen sehr unterschiedlich dar, meist hat sich jede Schule mit den geringen vorhandenen Mitteln und Möglichkeiten selbst etwas gestrickt. Noch immer gibt es keine klaren qualitativen Anforderungen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind – wenn überhaupt - in prekären Beschäftigungsverhältnissen angestellt. Auch hier fehlt ein Gesamtkonzept mit Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel, was möchte man erreichen und welche Ausstattung braucht man dafür?

 

In Gesamtschulen werden Schülerinnen und Schüler auf Haupt- und Realschulabschlüsse vorbereitet und natürlich auf den Besuch der gymnasialen Oberstufe. Die Gustav-Heinemann-Schule und das Berufliche Gymnasium stehen zurzeit als Schulen der Sekundarstufe II, die Schülerinnen und Schülern den Gesamtschulen den Zugang zum Abitur ermöglichen, ohne dass sie an ein grundständiges Gymnasium wechseln müssen.  Beide Schulen sind in der Trägerschaft des Kreises. Perspektivisch wird dieses Angebot nicht für alle Schülerinnen und Schüler ausreichen. Die Schaffung einer weiteren gymnasialen Oberstufe an einer Rüsselsheimer Gesamtschule wäre eine mögliche Option, die auch zu einer Aufwertung der Leistung von Gesamtschulen beitragen könnte.

 

Will man der Fortschreibung eines selektiven Schulsystems entgegenwirken, um den notorisch engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen zu entkoppeln, muss gewährleistet sein, dass gerade Kinder aus sozial schwachen und / oder bildungsbenachteiligten Familien unter guten Bedingungen lernen können. Hierzu wird im neuen Schulentwicklungsplan wenig bis nichts vorgeschlagen.

 

Die GEW sieht keine Lösung darin, „über eine Erweiterung der Zügigkeit der Gerhart-Hauptmann-Schule und an der Immanuel-Kant-Schule (…) dem Wachstum der Schüler*innenzahlen im Prognosezeitraum“ zu begegnen, oder gar die Gesamtschulen alle auf 7-Zügigkeit zu bringen. Nicht „langfristig stellt sich der Bedarf nach einer weiteren Schule der Sekundarstufe I“ (SEP Ausblick, S.140) ein, vielmehr muss schon jetzt eine weitere Gesamtschule mitgedacht und -geplant werden, z.B. in Bauschheim, wo schon eine weitere Grundschule in Betracht gezogen wird, um zukünftig Kinder- und Jugendliche aus dem Wohnbauprojekt „Eselswiese“ aufnehmen zu können.

 

Inklusive Beschulung / Sonderpädagogische Förderung

Inklusion ist ein Menschenrecht und im Hessischen Schulgesetz verankert. „Perspektivisch sollten sich die Zahlen der Schüler*innen an der Borngrabenschule reduzieren (…) Es sind die Möglichkeiten zur Ansiedlung der Borngrabenschule an eine Regelschule zu prüfen.“ (Beschlussvorlage der Stadt DS 640/ 16-21)

 

Das Gebäude der Borngrabenschule ist dringend sanierungsbedürftig und liegt auf einem sehr attraktiven Gelände in der Nähe der Horlache. Schon mehrmals sind Begehrlichkeiten entstanden, dieses Gelände anderer Nutzung zuzuführen und die Borngrabenschule zu schließen. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die Borngrabenschule besuchen, ist aber keineswegs stetig gesunken, die Mittelstufe ist zurzeit konstant und die Berufsorientierungsstufe ist wieder 3-zügig. Pläne für Schulschließungen haben sich in der Vergangenheit nicht bewährt (siehe Eichgrundschule), darum ist sich die GEW mit der Schulgemeinde der Borngrabenschule einig und lehnt eine Schließung ab, insbesondere solange eine echte inklusive Beschulung an den Regelschulen aufgrund mangelhafter räumlicher, sächlicher und personeller Ausstattung nicht gewährleistet ist.

 

Auch im Fall der Helen-Keller-Schule hat sich eine erhoffte Reduzierung der Zahl der Schüler innen und Schüler nicht ergeben, sie ist hoffnungslos überbelegt und nicht mehr erweiterbar. Hier zeichnet sich offensichtlich nur eine Lösung ab, wenn der Kreis bereit ist, eine zweite Schule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung im südlichen Kreis zu bauen. Die Situation ist allerdings inzwischen so prekär, dass über eine Übergangslösung dringend nachgedacht werden muss.

 

Die Einrichtung inklusiv arbeitender Kooperationsklassen an Regelschulen ist zu unterstützen. Gelingen kann das nur, wenn diese auf einem Konzept beruhen, das von der Förderschule und der Regelschule gemeinsam entwickelt und beschlossen wird. Außerdem sind die räumlichen, sächlichen und personellen Voraussetzungen zu schaffen.

 

Grundsätzlich bekennt sich die GEW klar zur Inklusion und die Schulträger sind angehalten, deren qualitative Weiterentwicklung zu unterstützen. Dazu gehört, die speziellen Bedürfnissen der Inklusiven Beschulung bei Planung und Gestaltung der Räumlichkeiten zu berücksichtigen. Der Schulträger kann in seinem Zuständigkeitsbereich die Arbeit multiprofessioneller Teams unterstützen, z.B. durch Beratungs- und Teamräume, Teilhabeassistenzen, personelle Stärkung des Ganztags, Differenzierungs- und Fachräume für individualisierten Unterricht, flexibel nutzbare Räume und Flächen, um inklusive Angebote machen zu können. Die Stellungnahme der Modellregion Inklusion zum SEP bietet weitere wichtige Hinweise.

 

Der Schulentwicklungsplan 2019 – 2025 zählt eine Menge notwendiger Vorhaben auf, die weder in einem konzeptuellen noch zeitlichen und auch in keinem finanziellen Rahmen stehen. Beschlüsse, die diese Rahmenbedingungen näher definieren und die Umsetzung konkretisieren, müssen in den nächsten Wochen und Monaten noch gefasst werden. Mit der Zustimmung zu diesem Plan beginnt unseres Erachtens der eigentliche Schulentwicklungsprozess, dessen Gestaltung weiterhin transparent gehalten werden muss, in enger Zusammenarbeit mit den Schulgemeinden, das heißt den Kollegien, Schüler- und Elternvertretungen. Als Grundlage bedarf es im nächsten Schritt dringlich eines Zeit- und Finanzplanes.

 

Zusammenfassend nennen wir Punkte, auf die unserer Auffassung nach besonders geachtet werden sollte:

 

  1. Die GEW lehnt zu große Schulsysteme ab. 7-Zügigkeit bedeutet ca. 1.000 Schülerinnen und Schüler unter einem Dach, was eine Überforderung der Gesamtschulen bedeutet.
  2. Schulneubauten müssen jetzt schon mitgeplant werden. Das gilt nicht nur für eine zweite Grundschule in Bauschheim. Eine weitere Sek I- Schule am Standort „Eselswiese“ könnte die anderen Gesamtschulen entlasten und die Schülerzahlen könnten gleichmäßiger verteilt werden. Gesamtschulen können bei 5 bis maximal 6 Zügen bleiben, wie dies für die beiden Gymnasien vorgesehen ist.
  3. Wohnortnähe (Stadtteilschulen) kommen der Stadt- und Sozialstruktur Rüsselsheims entgegen, bei der städtebaulichen Entwicklung und dem Zuschnitt von Schulbezirken ist auf Durchmischung der Wohnbevölkerung zu achten. Damit können Stigmatisierungen und die Entstehung von sozialen „Brennpunkt(-schul-)en“ vermieden werden.
  4. Entlastung der Helen-Keller-Schule durch Schulneubau im Kreis: Dazu ist die Kooperation mit dem Kreis Groß-Gerau erforderlich.
  5. Keine weiteren Schulschließungen: Erhalt und Sanierung der Borngrabenschule, solange eine echte inklusive Beschulung an den Regelschulen aufgrund mangelhafter räumlicher, sächlicher und personeller Ausstattung nicht gewährleistet ist.
  6. Nicht nur bei der Planung von Neubauten, auch bei Anbau- und Sanierungsarbeiten muss den vielfältigen Aufgaben der Schulen wie Inklusion und Ganztag Rechnung getragen werden.
  7. Erstellung einer Prioritätenliste mit zumindest annähernd realistischer Zeit- und Kostenplanung, um nötige Transparenz zu gewährleisten
  8. Bewährt hat sich die Diskussion der Schulentwicklungsplanung in den verschiedenen Gremien. Eine noch stärkere Beteiligung der Schulgemeinden an diesem Prozess ist wünschenswert. Grundlegende schulische Veränderungen müssen in allen schulischen Gremien Thema sein und nicht erst, wenn Prozesse bereits abgeschlossen sind.
  9. Die GEW meint, in einem „Dialog Schulentwicklung“ darf die Sichtweise von Lehrerinnen und Lehrern nicht fehlen. Sie stehen in der täglichen Praxis in der ersten Reihe. Sollte die AG „Dialog“ weitergeführt werden, müssen auch die Kolleginnen und Kollegen dort mit mindestens einer Stimme vertreten sein.
  10. Wie hoch auch das Interesse in der Öffentlichkeit ist, zeigte die starke Präsenz Rüsselsheimer Bürgerinnen und Bürger bei der Vorstellung des Schulentwicklungsplans durch Herrn Bürgermeister Grieser.
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Aktuell
news-257 Wed, 01 Jan 2020 14:50:00 +0100 Personalratswahlen vorbereiten https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/257-personalratswahlen-vorbereiten/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=5c84ac9cc7c4e9e8dff1d737a8b1a849 Personalratswahlen am 12. und 13. Mai 2020 vorbereiten Nur Mut! Neuwahl der Schulpersonalräte
Am 12. und 13. Mai 2020 werden an den hessischen Schulen turnusmäßig alle Personalräte neu gewählt:

die Schulpersonalräte, die Gesamtpersonalräte auf der Ebene der Staatlichen Schulämter (GPRLL) und der Hauptpersonalrat (HPRLL). In diesen Tagen sollte die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl des neuen Schulpersonalrats auf Hochtouren laufen.

In diesen Tagen haben die Wahlvorstände die Voraussetzungen für die Wahl der Schulpersonalräte geschaffen. Irgendwo, hoffentlich allen Kolleginnen und Kollegen zugänglich, gibt es ein Schwarzes Brett mit allen Aushängen des örtlichen Wahlvorstands (ÖWV), des Gesamtwahlvorstands (GWV) und des Hauptwahlvorstands (HWV). Dort hängt die Wählerliste mit den Namen der Wahlberechtigten.
Von der Zahl der Wählerinnen und Wähler und der Verteilung auf die Gruppen und die Geschlechter hängt die Größe und die Zusammensetzung des Schulpersonalrats ab. Die Festlegung des Wahlvorstands, wie die Sitze im Personalrat nach den Regelungen des Hessischen Personalvertretungsgesetzes (HPVG) und der dazugehörigen Wahlordnung (WO) verteilt werden, kann man dem sogenannten Wahlausschreiben entnehmen, das ebenfalls aushängen sollte oder demnächst ausgehängt wird.

In dem Wahlausschreiben wird auch die Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen genannt. Für die Wahlen zu den Gesamtpersonalräten und zum HPRLL läuft diese Frist am 17. März 2020 ab. An den Schulen wird der Wahlvorstand diese Frist nach den schulischen Gegebenheiten festlegen.

Für die Wahl des Hauptpersonalrats hat die GEW bereits auf ihrer Landesdelegiertenversammlung im November 2019 ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Liste der Beamtinnen und Beamten und die Liste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschlossen. In allen Regionen Hessens haben inzwischen GEW-Mitgliederversammlungen stattgefunden, auf denen die Listen für die Gesamtpersonalräte beschlossen wurden. Für diese Wahl findet die Wahl aus formalen Gründen immer als getrennte Wahl von Beamten und Angestellten statt. An Schulen ist dagegen auch eine gemeinsame Wahl möglich, für die eine Vorabstimmung vorgesehen ist.

Personen des Vertrauens
An vielen Schulen gibt es den Wunsch der Kolleginnen und Kollegen, dass sie nicht über getrennte Listen (GEW und andere) abstimmen wollen, sondern über Personen, denen sie vertrauen. Damit eine Personenwahl stattfinden kann, bei der die Personen gewählt sind, die die meisten Stimmen bekommen, ist es wichtig, dass beim Wahlvorstand nur ein Wahlvorschlag vorgelegt wird, d.h. alle Kolleginnen und Kollegen, die kandidieren wollen, auf einem Zettel stehen. Werden mehrere Wahlvorschläge eingereicht, findet eine Listenwahl nach dem Verhältniswahlrecht statt. Das Wahlhandbuch macht dazu folgende Vorschläge:

  • Kolleginnen und Kollegen hängen im Lehrerzimmer ein Blatt aus, auf dem sich alle Kolleginnen und Kollegen, die kandidieren wollen, in eine Liste eintragen.
  • Kolleginnen und Kollegen sprechen Kolleginnen und Kollegen auf ihre Bereitschaft zur Kandidatur an und sammeln die Bereitschaftserklärungen auf einer Liste.
  • Auf einer Personalversammlung gibt es eine Aussprache über die Arbeit des Personalrats und es entsteht eine erste gemeinsame Liste von Kolleginnen und Kollegen, die kandidieren wollen, die in den folgenden Tagen ergänzt wird.
  • Kolleginnen und Kollegen, die kandidieren wollen, teilen dem Wahlvorstand mit, dass sie bereit sind zu kandidieren und auch damit einverstanden sind, dass sie in eine gemeinsame Liste aller Kandidatinnen und Kandidaten aufgenommen werden.

In allen Beispielen gibt es am Ende eine einzige gemeinsame Liste und damit eine Wahl zwischen Personen und nicht zwischen konkurrierenden Listen. Dort wo die GEW mit einer eigenen Liste antritt, reicht sie einen Wahlvorschlag mit dem Kennwort „GEW“ ein.
Informationen über alle weiteren Schritte bis zum Wahltermin findet man ebenfalls im Wahlhandbuch und auf der Internetseite www.gew-prwahl2020.de. Dazu gehören unter anderem

  • die Information des Wahlvorstands über die eingegangenen Wahlvorschläge und den Ort und den genauen Zeitpunkt der Wahl
  • die Vorbereitung der Stimmzettel und
  • die Information der Kolleginnen und Kollegen, die an den Wahltagen nicht vor Ort sind, über die Möglichkeit der Briefwahl.

Die Wahl der Schulpersonalräte erfolgt zeitgleich mit den Wahlen zum GPRLL und zum HPRLL. Die erforderlichen Informationen und Stimmzettel werden den Wahlvorständen in den Schulen vom jeweiligen Gesamtwahlvorstand auf Schulamtsebene zur Verfügung gestellt. Wenn hier noch kein Kontakt besteht, sollte der oder die Vorsitzende des Gesamtwahlvorstands dringend kontaktiert werden. Adressen findet man im Wahlhandbuch (S.98) oder unter www.gewprwahl2020.de.

Die Arbeit des Hauptpersonalrats der Lehrerinnen und Lehrer, die Kandidatinnen und Kandidaten der GEW, die Erfolge und die Ziele der bisherigen und zukünftigen Mitglieder sind Schwerpunktthema der nächsten Ausgabe der HLZ (Heft 4/2020).

GEW unterstützt die Personalräte
Die GEW sagt schon jetzt allen neuen Personalratsmitgliedern ihre Unterstützung zu:
Die GEW berät die Personalräte durch regelmäßige aktuelle Informationen und durch ihre Mitglieder in den Gesamtpersonalräten. Die GEW führt in der Region und landesweit Schulungen für Personalräte durch, ganz besonders in den Monaten nach der Personalratswahl, um eine gute Einarbeitung zu gewährleisten. Die GEW lädt regelmäßig zu regionalen Treffen der Personalräte ein, um zu informieren, zu beraten und vor allem auch, um den Erfahrungsaustausch unter den Personalräten zu ermöglichen.
 

Zum Vormerken: Schulungsveranstaltungen der GEW für neue Mitglieder von Schulpersonalräten
Kompaktseminare zur Einführung in die Arbeit mit dem Hessischen Personalvertretungsgesetz

Donnerstag, 4. Juni 2020, 9.30 bis 16 Uhr: Kreishaus Hofheim, Am Kreishaus 1-5
(besonders für Personalräte im Main-Taunus-Kreis) Leitung: Harald Freiling

Montag, 8. Juni 2020, 9.30 bis 16 Uhr: Neues Gymnasium Rüsselsheim, Grundweg 6
(besonders für Personalräte im Kreis Groß-Gerau) Leitung: Harald Freiling

Die Teilnahme an der akkreditierten Fortbildung ist kostenfrei. Personalräten ist nach § 40 Abs.2 HPVG Dienstbefreiung zu erteilen.

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Und dass Personalratsarbeit auch Spaß machen kann, neue Einsichten vermittelt und mit vielen positiven Rückmeldungen verbunden ist, das zeigen die Statements von Personalräten aus dem Kreis Groß-Gerau und dem Main-Taunus-Kreis, die bei den turnusmäßigen Personalrätetreffen der GEW in Groß-Gerau und in Hofheim eingesammelt wurden.
Das meinen Personalräte aus dem Kreis Groß-Gerau und dem Main-Taunus-Kreis
Ich bin gerne Personalrat und ich finde Personalratsarbeit wichtig…

… weil ich gerne Bescheid weiß und sehr viel mehr weiß, seit ich Personalrätin bin
Judith Glock, Goetheschule Rüsselsheim

… weil ich Wertschätzung von Kolleginnen und Schulleitung erfahre, wenn ich mich für deren Belange erfolgreich einsetze
Elisabeth Häußer, Insel-Kühkopf-Schule Stockstadt

… weil ich mich gerne für die Belange derjenigen Kolleginnen und Kollegen einsetze, die dies selbst nicht können oder wollen
Alexander Mergler Grundschule Hasengrund Rüsselsheim

… weil ich Verantwortung übernehme möchte
Heiko Mewes, IGS Mainsspitze

… weil ich so umfangreich über mein Rechte und die zukünftigen Arbeitsbedingungen informiert werde und auf diese mit Hilfe der GEW einwirken kann
Wilhelm Maurer, Schillerschule Groß-Gerau

… weil ich den Zusammenhalt im Kollegium fördern und die berechtigten Interessen der Kolleginnen und Kollegen gegenüber der Schulleitung vertreten möchte
Robert Hottinger Immanuel-Kant-Schule Rüsselsheim

… weil ich damit zu einem guten und wertschätzenden Umgang im Kollegium beitragen kann und die Möglichkeit habe, Schule mitzugestalten
Anne Radoy, Astrid-Lindgren-Schule Hochheim

… weil ich es wichtig finde, für seine Rechte einzutreten und eine demokratische Entwicklung anzustreben und es  spannend finde, mich mit Personalräten anderer Schulen auszutauschen
Stefan Thalheimer, Johann-Hinrich-Wichern-Schule Hofheim

… weil jede Lehrerin und jeder Lehrer im Laufe seines Lehrerdaseins in Situationen kommen kann, in denen sie oder er rechtlichen und personellen Beistand benötigt
Petra Guttmann, Robinsonschule Hattersheim

… weil Personalratsarbeit die Möglichkeit bietet, tieferen Einblick in die Schularbeit zu erhalten, und der Frust größer wäre, wenn ich nicht das Medium PR hätte
Gela König, Astrid-Lindgren-Schule Hochheim

… weil es wichtig und lehrreich ist, sich für die Interessen der Kolleginnen und Kollegen einzusetzen, ihnen zur Seite zu stehen und die Arbeitsbedingungen zu optimieren
Kerstin Knössl, Regenbogenschule Hattersheim

… weil ich es total spannend finde. Eigentlich bin ich Personalrätin geworden, ohne zu wissen, was es eigentlich bedeutet. Manchmal fühle ich mich überwältigt von der Informationsflut und den Aufgaben, aber ich blicke immer mehr durch und freue mich, das eine oder andere zu bewirken
Maren Lohse, Westerbachschule

…weil ich Transparenz von Seiten der Schulleitung im Bereich des Schulbudgets, der Personalzuweisung und der Deputate einfordern kann und der Personalrat ein Mitbestimmungsrecht bei Einstellungen, Versetzungen usw. hat.  Außerdem will ich für Fairness im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen sorgen (Vertretungsplan etc.)
Gerlinde Egli, Eichendorffschule Kelkheim

… weil ich KollegInnen helfen, beraten und unterstützen kann, tiefere Einblicke in das System Schule bekomme und von der GEW immer auf dem Laufenden gehalten und gut unterstützt werde
Andrea Roh-Kippes, Gerhart-Hauptmann-Schule Rüsselsheim

 

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