GEW Hessen News Feed http://dev.vbox.intern de_DE GEW Hessen Thu, 22 Oct 2020 01:39:48 +0200 Thu, 22 Oct 2020 01:39:48 +0200 TYPO3 EXT:news news-337 Mon, 19 Oct 2020 07:50:00 +0200 GEW-Update vom 19.10.2020 https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/337-gew-update-vom-19102020/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=97a41c2db1a0d07c83150f1cc04beee4 7-Tage-Inzidenz Kreis Groß-Gerau: 85,2 Main-Taunus-Kreis: 67,1
  • Allgemeinverfügungen der Kreisgesundheitsämter Groß-Gerau und Main-Taunus und Presseerklärung der GEW-Kreisverbände Groß-Gerau und Main-Taunus zum Unterrichtsbeginn nach den Herbstferien angesichts vieler Neuinfektionen in der Region
  • Stufenplan des HKM offensichtlich geschreddert
  • GEW fordert Luftreinigungsanlagen
  • Informationen des HKM zum Digitalgestützten Distanzunterricht
  • Videoübertragung aus dem Unterricht
  • Dienstliche Email-Adressen
  •  

    Hohe Infektionszahlen im Kreis Groß-Gerau und im Main-Taunus-Kreis: Allgemeinverfügung der Landkreise und Stellungnahme der GEW

     

    Die „Allgemeinverfügung Schulen“ des Kreises Groß-Gerau vom 13.10.2020 beschränkt sich trotz der höchsten Zahl von Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie  auf die beiden folgenden Vorgaben:

    1. In allen Schulen besteht ab der 5. Jahrgangsstufe eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung auch für den Präsenzunterricht im Klassen- oder Kursverband. Diese Pflicht gilt auch in den Schulkantinen außer beim Sitzen auf dem eigenen Platz am Tisch.

    2. In allen Schulen darf kein praktischer Schulsportunterricht in geschlossenen Räumen und (Schwimm-)Hallen stattfinden. Im Freien ist der praktische Sportunterricht gestattet, sofern dieser unter ständiger Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 m zu anderen Personen ausgeübt wird.

    Dieses Verfahren wurde zwischen den kommunalen Entscheidungsträgern in der gesamten Rhein-Main-Region abgesprochen und gilt somit auch im Main-Taunus-Kreis. Die Maßnahmen gelten zunächst bis zum 1.11.2020. Die GEW hält diese Maßnahmen angesichts der hohen Infektionszahlen für völlig unzureichend. Die Allgemeinverfügung und die Presseerklärung der GEW stehen als Download auf dieser Internetseite zur Verfügung.

    Dabei beziehen wir insbesondere auf die weiterhin gültige und in der Allgemeinverfügung noch einmal bekräftigte Einschätzung des Kreisgesundheitsamts, dass Schulen „als Ort der Begegnung aller Schulpflichtigen ein besonders geeigneter Bereich sind, in dem sich Infektionen leicht ausbreiten können“. Daher sei es notwendig, „in diesem Bereich besondere Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko einer Ausbreitung zu minieren.“

    Die GEW greift außerdem das aktuelle Statement des Robert-Koch-Instituts vom 12.10. zu „Präventionsmaßnahmen in Schulen während der COVID-19-Pandemie“ auf. Bei den Empfehlungen für infektionspräventive Maßnahmen in Schulen in Deutschland bezieht sich das RKI auf die 7-Tage-Inzidenz. Bei einer Inzidenz von über 50 sieht das RKI die Notwendigkeit zur "Verkleinerung der Klassen durch Teilung oder Wechselunterricht, so dass Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden kann“. Das vollständige Dokument stellen wir ebenfalls als Download zur Verfügung.

     

    Stufenplan des HKM ist offenkundig schon wieder geschreddert

    In seiner Videobotschaft zum Beginn des Unterrichts nach den Herbstferien vom 16.10.2020 beschränkt sich Kultusminister Lorz auf die Bitte an die Eltern, Kinder, die Symptome einer Infektion mit dem Sars-CoV-2-Erreger zeigen, nicht in die Schule zu schicken: https://kultusministerium.hessen.de/video/start-nach-den-herbstferien

    Sein eigener Stufenplan „Schulbetrieb im Schuljahr 2020/2021“ mit „Planungsszenarien für die Unterrichtsorganisation orientiert an der Entwicklung des Infektionsgeschehens“ findet mit keinem Wort Erwähnung. Die GEW hatte schon bei der Veröffentlichung kritisiert, dass dieser Stufenplan des HKM anders als der Eskalationsplan der Landesregierung keinerlei Kriterien nennt, wann die Stufen 2 (Eingeschränkter Regelbetrieb), 3 (Wechselmodell) und 4 (Distanzunterricht) in Kraft treten (> Unser Update vom 18.9.2020)

    Auch vom Staatlichen Schulamt kamen trotz dringender Mahnungen durch den Gesamtpersonalrat keine Mitteilungen, die die dramatischen Entwicklungen im Bereich Groß-Gerau/Main-Taunus reflektieren. Zwar liegt die Zuständigkeit bei den Gesundheitsämtern, trotzdem wird den Schulen auch durch das Staatliche Schulamt weiterhin jeder Spielraum für eine Anpassung des Unterrichtsbetriebs an das Infektionsgeschehen verweigert.

    GEW fordert Luftreinigungsanlagen

    Am 24. September befasste sich ein „Lüftungsgipfel“ der Kultusministerkonferenz (KMK) mit der „richtigen und regelmäßigen Durchlüftung von Klassenräumen“, die in vielen Schulen auch schon in der warmen Jahreszeit schwer durchzuführen ist. Für Räume, deren Fenster nicht komplett zu öffnen sind, empfiehlt das Umweltbundesamt den Einsatz von Luftreinigungsgeräten, „die mit Hochleistungsschwebstofffiltern ausgerüstet sind, leise arbeiten und einen ausreichenden Volumenstrom garantieren“. Der wenige Tage später erschienene hessische Hygieneplan 6.0 erwähnt diese Möglichkeit nicht. Ein Forschungsteam um Joachim Curtius, Professor für experimentelle Atmosphären-Forschung an der Goethe-Universität, testete Luftreiniger „mit großem Erfolg“ an einer Wiesbadener Schule.

    https://www.hessenschau.de/gesellschaft/luftfilter-im-klassenraum-senken-virenlast-um-bis-zu-90-prozent,corona-schulen-luftfilter-100.html

     

    Anträge für die Genehmigung eines „digital-gestützten Distanzunterrichts“

    Am 8. Oktober veröffentlichte das HKM ein umfangreiches Antragspaket für die Genehmigung eines „digital-gestützten Distanzunterrichts“. Ab Klasse 8 kann danach ein Viertel, an Beruflichen Schulen maximal die Hälfte der Stunden digital erteilt werden. Voraussetzungen sind ein Konzept der Schule und die Zustimmung der Eltern, der Schulgremien, des Schulträgers und des HKM sowie die erforderliche „technische Ausstattung der Schulen und der Schülerinnen und Schüler“. Die Genehmigung erfolgt durch das HKM im Rahmen des „Experimentierparagrafen“ 127c des Hessischen Schulgesetzes.

    https://kultusministerium.hessen.de/presse/pressemitteilung/startschuss-fuer-den-digital-gestuetzten-distanzunterricht

    Das Anschreiben des HKM und die „Checkliste zum Verfahrensablauf“ stellen wir am Ende dieses Updates als Download zur Verfügung.

    Videoübertragung des Unterrichts

    Wie bereits bei den Treffen der Personalräte und GEW-Vertrauensleute vor den Herbstferien in Groß-Gerau, Rüsselsheim und Hofheim berichtet, teilt die GEW ausdrücklich nicht die Einschätzung, dass die Videoübertragung von Unterrichtsstunden oder -sequenzen ohne Zustimmung der Lehrkraft zulässig ist. In einem Gespräch mit der GEW bestätigte der Datenschutzbeauftragte, dass die „Erforderlichkeit des Einsatzes des Videokonferenzsystems“ schriftlich belegt werden muss. Außerdem sagt die GEW Mitgliedern, die gegen ihren Willen zu einer Videoaufzeichnung ihres Unterrichts gezwungen werden sollen, beruflichen Rechtsschutz zu.

     

    Dienstliche Email-Adressen

    Thema der Treffen der Personalräte und GEW-Vertrauensleute waren auch die dienstlichen Email-Adressen, die ab dem 1.2.2021 verpflichtend genutzt werden sollen. Bezüglich des Datums, an dem die Nutzung verbindlich werden soll, gibt es nach Mitteilung des Hauptpersonalrats der Lehrerinnen und Lehrer keinen neuen Stand. Allerdings berichten viele Lehrkräfte, die bereits versucht haben, sich über ihr Smartphone anzumelden, dass dies mit älteren Geräten nicht möglich ist. Die GEW hält an ihrer Position fest, dass eine sichere digitale Kommunikation und Datenspeicherung nur auf dienstlichen Endgeräten möglich ist. Rechtlich unzulässig ist insbesondere auch die Verpflichtung, sich für die auch aus GEW-Sicht sinnvolle „Zwei-Faktoren-Authentifizierung“ beispielsweise die Google Authenticator App aus dem Google Play Store herunterzuladen. Das HKM prüft derzeit, wie die Mittel des Bundes für die Bereitstellung mobiler dienstlicher Endgeräte für Lehrkräfte verwendet werden können.

     

    Material zum Download

     

    GEW-GG-MTK-Update-19-10-2020

    Allgemeinverfügung_Schulen_13-10-2020

    Presse-GEW-GG-MTK-18-10-2020

    Ministerschreiben digital-gestützter Distanzunterricht 08-10-2020

    Anlage 1 Checkliste Verfahrensablauf digital-gestützter Distanzunterricht

    RKI-Prävention-Schule-12-10-2020

     

    ]]>
    Archiv 2019 bis 2020 Aktuell
    news-336 Sat, 17 Oct 2020 07:50:00 +0200 Angesichts der hohen Infektionszahlen reicht die Maskenpflicht im Unterricht nicht aus https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/336-angesichts-der-hohen-infektionszahlen-reicht-die-maskenpflicht-im-unterricht-nicht-aus/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=fa225a5fe0dee9fd384909524a4b8a9f Gemeinsame Pressemitteilung der Kreisverbände Groß-Gerau und Main-Taunus Stand: 17.10.2020 In einer gemeinsamen Stellungnahme der Kreisvorstände Groß-Gerau und Main-Taunus nimmt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Stellung zu den aktuellen schulbezogenen Maßnahmen in der Rhein-Main-Region. Das Kreisgesundheitsamt Groß-Gerau bezeichnet die Schulen aus Sicht der GEW zu recht als einen Bereich, „in dem sich Infektionen leicht ausbreiten können“. Die Maskenpflicht im Unterricht der weiterführenden Schulen, die nach den Herbstferien in Kraft tritt, sei angesichts der höchsten Infektionszahlen seit Beginn der Pandemie „eine völlig unzureichende Maßnahme“.

    Schon weit im Vorfeld dieser Entscheidung hat die GEW dem Schulamt und den zuständigen Gesundheitsämtern geraten, weitergehende Maßnahmen an Schulen zu ergreifen und somit die nötigen Spielräume zu ermöglichen. Zwar ist es unserer Ansicht nach richtig, die Grundschulen von der Maskenpflicht auszunehmen, doch brauchen auch diese Schulen ein Repertoire an Maßnahmen, mit denen sie auf die Situation reagieren können. Dazu gehören gemäß dem Stufenplan des Kultusministeriums, der in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen den weiteren Schulbetrieb im laufenden Schuljahr regeln soll, unter anderem Modifikationen des Ganztagsangebotes und konstante Lerngruppen anstelle von klassenübergreifenden Lernangeboten. Ein solcher „eingeschränkter Regelbetrieb“ kann von den Gesundheitsämtern im Benehmen mit den Schulämtern angeordnet werden, nicht aber von einzelnen Schulleitungen. Mit der Einigung der Ämter im Rhein-Main-Gebiet auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, nämlich die Maskenpflicht im Unterricht ab Klasse 5, sind den Schulen nun die Hände gebunden.

    Auch in den weiterführenden Schulen muss es unserer Ansicht nach mindestens weitere Maßnahmen des Stufenplanes geben. Diese sehen unter anderem eine Konstanz von Lerngruppen vor und dort, wo diese nicht gewährleistet werden kann, beispielsweise in den Oberstufen, ein Wechselmodell von Präsenz- und Distanzunterricht. Es muss die Möglichkeit geben, klassenübergreifende Projekte und Arbeitsgemeinschaften anders zu strukturieren sowie kursbezogenen Unterricht als Klassenunterricht zu organisieren.

    Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass bei Fallzahlen, die im Corona- Eskalationsplan des hessischen Sozialministeriums kurz vor der fünften Stufe und damit vor dem Lockdown stehen, für die Schulen nur eine vereinzelte Maßnahme der zweiten Stufe des Stufenplanes des Kultusministeriums verhängt wird. Damit werden Chancen verspielt, die Infektionsraten an den Schulen so gering wie möglich zu halten.

    Bisher haben in diesem Schuljahr fast alle Lehrerinnen und Lehrer, auch die Angehörigen der Risikogruppen, ihren Unterricht trotz der eigenen Gefährdung gehalten. Dies zeugt von der großen Bereitschaft, den Schülerinnen, Schülern und Eltern einen weitgehend geregelten Alltag zu bieten. Mit der Politik, dass Schule, abgesehen von der Maskenpflicht, unter allen Umständen so gehalten werden muss wie vor Corona, unterminiert man diese Bemühungen.

    Wie der Vorsitzende des Kreiselternbeirates Groß- Gerau hält auch die GEW die Empfehlungen zum regelmäßigen Lüften alle 20 Minuten für nicht praktikabel. Bei fallenden Temperaturen findet der Unterricht nur noch mit Maske und dicken Mänteln in überfüllten Klassenzimmern statt. Darüber hinaus ist bei weit geöffneten Fenstern an vielen Schulen wegen des Fahrzeug- und Fluglärms kein Unterrichten möglich. Die vom Schulträger Rüsselsheim für alle Schulen angekündigten Kohlendioxidmessgeräte erinnern zwar an die Notwendigkeit zu lüften, beheben aber nicht die Probleme, wenn Klassenzimmer nicht wirkungsvoll quergelüftet werden können. Auch kann die Ausstattung mit einem Gerät pro Jahrgang nur ein erster Schritt sein. Die GEW fordert die Anschaffung von geeigneten Luftfiltern für alle Klassen- und Aufenthaltsräume, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren.

    ]]>
    Archiv 2019 bis 2020 Aktuell
    news-335 Sun, 04 Oct 2020 06:50:00 +0200 Update: Stand 03.10.2020 https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/335-update-stand-03102020/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=61fe656e5f6f4c31a4a67f50c543bc9e Infektionslage im Kreis G-G Testmöglichkeit verlängert Hygieneplan 6.0 Harald Freiling
    GEW-Kreisverband Groß-Gerau
    Kreisrechtsberater

    Corona-Update vom 3.10.2020: Informationen für Personalräte, GEW-Vertrauensleute und Schulleitungen an den Schulen im Kreis Groß-Gerau und im Main-Taunus-Kreis
    Hohe Infektionszahlen im Kreis Groß-Gerau
    Verlängerung der kostenfreien Testmöglichkeit für Beschäftigte an Schulen
    Zusätzliche TVH-Verträge zur Deckung des Personalbedarfs
    Hygieneplan 6.0

    Infektionsrate im Kreis Groß-Gerau

    Hohe Infektionszahlen im Kreis Groß-Gerau führen derzeit dazu, dass mit Überschreitung der Inzidenz von 35 die nächste Eskalationsstufe nach dem Eskalationskonzept der Landesregierung immer wieder überschritten wird. Die neue Allgemeinverfügung des Kreises Groß-Gerau vom 30.9.2020 enthält weitere Einschränkungen für private und öffentliche Versammlungen und Feiern, jedoch keine Maßnahmen für die Schulen (siehe Anlage). Landrat Will begründete dies damit, dass es nur noch um wenige Tage bis zu den Herbstferien geht. Die GEW forderte den Landrat und das Staatliche Schulamt noch einmal dringend auf, auch den Schulen endlich größere Spielräume für die Anpassung des Unterrichts und der Ganztagsangebote an das Infektionsgeschehen einzuräumen: „Es kann nicht sein, dass die Erfüllung aller Vorschriften einer regulären Stundentafel mit immer neuen Vorgaben erzwungen wird, von denen jeder weiß, dass sie nur auf dem Papier stehen und im schulischen Alltag nicht umsetzbar sind.“ Bei einer Schulleiterdienstversammlung am 1.0ktober kündigte Landrat will an, „dass wir zu Beginn der zweiten Ferienwoche festlegen, wie es ab Ende Oktober weitergehen wird.“ Oberstes Ziel müsse es sein, „dass Schulschließungen vermieden werden können“.
    Bei den Personalrätetreffen in Groß-Gerau, Rüsselsheim und Hofheim berichteten zahlreiche Personalräte auch über eine mangelnde Transparenz und uneinheitliches Vorgehen der Gesundheitsämter beim Umgang mit Verdachtsfällen in Schulen und bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen. In Gesprächen mit Landrat Will und dem Staatlichen Schulamt forderten GEW und Gesamtpersonalrat ein gemeinsames Vorgehen von Kreisbehörden und Schulaufsicht sowie gemeinsame Transparenzkriterien. Das Staatliche Schulamt hat inzwischen eine entsprechende Handreichung angekündigt.

    Verlängerung der kostenfreien Testmöglichkeit für Beschäftigte an Schulen

    In einem Erlass vom 1.10.2020 hat das Hessische Kultusministerium das Angebot für die Beschäftigten an hessischen Schulen Beschäftigte, „sich freiwillig und symptomfrei auf das Coronavirus testen zu lassen“, im Rahmen einer Vereinbarung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und dem Labor IMB in Frankfurt in der bisherigen Form bis zum 15.11.2020 fortgesetzt wird. Auf die Probleme bei der Suche nach Arztpraxen, die dies unter den bekannten Bedingungen anbieten, und die langen Wartezeiten durch den Postversand zu einem einzigen Labor für ganz Hessen geht das HKM in seinem Erlass nicht ein.

    Zusätzliche TVH-Verträge zur Deckung des Personalbedarfs

    In einer Verfügung vom 2.10.2020 weist das Staatliche Schulamt erneut auf die Möglichkeit hin, dass 50% des Vertretungsbedarf durch Lehrkräfte, die wegen eines erhöhten Risikos nicht im Präsenzunterricht arbeiten können, durch einen neuen TVH-Vertrag abgedeckt werden können. Der Landtag hat im Rahmen des Corona-Sondervermögens für diesen Bedarf 150 Millionen Euro bereitgestellt! Bei begründetem Bedarf kann diese Quote von 50 % auch überschritten werden.

    Hygieneplan 6.0 vom 28.9.2020

    Der neue Hygieneplan Corona („Hygieneplan 6.0“) erreichte die Schulen am 1.10.2020 und damit ausnahmsweise nicht an einem Freitag, um dann am darauf folgenden Montag umgesetzt zu werden, sondern unmittelbar vor den Herbstferien. Er ist mit 19 Seiten mehr als doppelt so umfangreich wie der Hygieneplan 5.0, der unmittelbar vor Unterrichtsbeginn nach den Sommerferien in Kraft trat. Die Erweiterungen betreffen vor allem die Themen Mund-Nase-Bedeckung und Raumhygiene. Neu sind Ausführungen zu Ganztagsangeboten und Mittagsbetreuung (Abschnitt 10), Schülerbeförderung (Abschnitt 12), Veranstaltungen und Schülerfahrten (Abschnitt 13).

    Die GEW hat wiederholt darauf hingewiesen, dass auch die bisherigen Hygienepläne insbesondere seit der Wiederaufnahme des Regelunterrichts vorrangig der Verlagerung der Verantwortung auf die schulische Ebene und die Akteure vor Ort dienen. Die Vorgaben sind in vielen Punkten in der schulischen Realität unter den Bedingungen des Regelbetriebs nicht umzusetzen, werden aber vom Kultusministerium gesetzt, um eine nicht einlösbare Sicherheit zu suggerieren. Dies kulminiert im Hygieneplan 6.0 in der folgenden neuen apodiktischen Formulierung: „Für die Umsetzung der angeordneten Maßnahmen ist die Schulleitung verantwortlich.“ (S.2) Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Die GEW fordert, dass bei allen „angeordneten Maßnahmen“ zunächst überprüft und festgestellt werden muss, ob sie umsetzbar sind!

    Menschen, die die Schulen aus der täglichen Praxis kennen, haben wohl nicht mitgewirkt: Wie muss man sich einen Unterricht vorstellen, in dem die „gemeinsame Nutzung von Gegenständen möglichst vermieden“ wird (Seite 10)? Auch auf die stark gewachsenen Belastungen nimmt man keine Rücksicht: Wenn die „Zuordnung von Aufenthaltsbereichen für feste Gruppen auf dem Pausenhof“ nicht möglich ist, kann die Pause auch im Klassenzimmer verbracht werden: „Für eine entsprechende Aufsicht ist zu sorgen.“

    Im folgenden möchte ich auf einige Änderungen, Ergänzungen und Einzelheiten im Detail hinweisen:

    • Zur Zuständigkeit von Schulämtern und regionalen Gesundheitsbehörden bestätigt der Hygieneplan 6.0 die Festlegungen im Stufenplan des HKM zum „Schulbetrieb im Schuljahr 2020/21“, den wir in unserem Update vom 18.9.2020 dargestellt haben: „Bei auftretenden Infektionsfällen werden die zuständigen Gesundheitsämter je nach Ausmaß des Infektionsgeschehens und je nach Eingrenzbarkeit der Kontaktpersonen die erforderlichen Maßnahmen standortspezifisch bzw. ggf. flächendeckend anordnen. Die örtlichen Gesundheitsämter setzen sich ins Benehmen mit den jeweiligen Staatlichen Schulämtern und ordnen die erforderlichen Maßnahmen an.“
    • Schülerinnen und Schüler, die noch nicht zwölf Jahre alt sind, „dürfen den Präsenzunterricht und andere reguläre Veranstaltungen an Schulen nicht besuchen, solange Angehörige des gleichen Hausstandes aufgrund einer möglichen Infektion mit SARS-CoV-2 einer individuell angeordneten Absonderung (Quarantäne) unterliegen“ (S.4). Warum dies nur für Kinder bis 12 Jahre gilt, obwohl diese angeblich eine geringere Rolle bei der Übertragung der Infektion spielen, wird nicht begründet.
    • Die Regelungen zum verpflichtenden Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung (MNB) und zur korrekten Verwendung sind erheblich detaillierter. Das gilt auch für die Befreiung nach Vorlage eines ärztlichen Attestes, das keine Begründung enthalten, aber regelmäßig alle drei Monate erneuert werden muss (S.6f).
    • Nachdem es ja kürzlich sogar einen „Lüftungsgipfel“ auf Bundesebene gab, enthält auch der Hygieneplan 6.0 viele Worte zur Bedeutung des Lüftens, einschließlich der Möglichkeit, dass „an sich verschlossene Fenster“ zeitweise wieder geöffnet werden können, wobei „keine ursprünglich gewährleistete Absturzsicherung ohne entsprechende Kompensation aufgegeben werden“ darf (S.8). Da CO2-Ampeln oder CO2-Messgeräte offensichtlich zu teuer sind, wird auf die App „CO2-Timer“ hingewiesen, die allerdings keine CO2-Messung durchführt, sondern nur eine Berechnung ermöglicht, wie oft und wie lange bei einer bestimmten Raumgröße und Personenzahl gelüftet werden muss. Inzwischen soll jede Schule im Main-Taunus-Kreis eine CO2-Ampel bekommen haben. Allerdings zeigt auch sie nur an, wann gelüftet werden muss. Wenn dies aus technischen oder anderen Gründen nicht möglich ist, schafft auch sie keine Abhilfe. Für Räume, die nicht über komplett zu öffnende Fenster verfügen, empfahl das Bundesumweltamt auf demselben Treffen mobile Luftreinigungsgeräte, „die mit Hochleistungsschwebstofffiltern ausgerüstet sind, leise arbeiten und einen ausreichenden Volumenstrom garantieren“. Diese werden im Hygieneplan 6.0 nicht einmal erwähnt.  
    • Besonders akrobatisch sind die Verrenkungen der Autorinnen und Autoren im ebenfalls erweiterten Kapitel „Mindestabstand“ (S.11-13). Dies kulminiert in der Empfehlung, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern von Schülerinnen und Schülern zu Lehrkräften und sonstigem Personal eingehalten werden sollte, „sofern nicht pädagogisch-didaktische Gründe oder die Raumsituation ein Unterschreiten erfordern.“ Dieselbe Formulierung findet man bei der Vorgabe, von einer jahrgangsübergreifenden Durchmischung der Lerngruppen abzusehen, „soweit nicht schulorganisatorische Gründe (…) sie erfordern“. Kaum umsetzbar ist die Vogabe, im klassenübergreifend organisierten Unterricht den Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen Klassen „feste Sitzbereiche“ zuzuweisen. Statt solcher Verrenkungen brauchen die Schulen die Spielräume, die „schulorganisatorischen Gründe“ zu verändern und so Infektionsbrücken zu minimieren.
    • Ein Attest zur Befreiung von Schülerinnen und Schülern von der Teilnahme am Präsenzunterricht muss jetzt alle drei Monate erneuert werden. (S.14)
    • Bei den Anlagen für einzelne Fächer wurden die besonderen Auflagen und Einschränkungen für das Fach „Darstellendes Spiel“ aufgehoben, die Regelungen für Musik und Sport sind weitgehend unverändert. Dasselbe gilt für die Anlage zum Umgang mit Krankheits- und Erkältungssymptomen.

    Anlagen zum Download

    GEW-Update als PDF: update-03-10-2020
    Allgemeinverfügung Kreis Groß-Gerau vom 30.9.2020: GG-Allgemeinverfuegung-30-09-2020.pdf
    Erlass zur Verlängerung kostenloser Testmöglichkeiten: HKM-Verlaengerung-Testangebot-10-2020
    Hygieneplan 6.0: Hygieneplan_6.0.pdf
    Anlage Sport: Hygieneplan_6.0-Schulsport.pdf
    Anlage Musik: Hygieneplan_6.0-Musik.pdf
    Anlage Umgang mit Krankheits- und Erkältungssymptomen: Hygieneplan_6.0-Erkaeltung.pdf

    ]]>
    Archiv 2019 bis 2020 Aktuell
    news-334 Sat, 19 Sep 2020 07:50:00 +0200 HKM legt Stufenplan vor – GEW fordert mehr Spielräume für Schulen https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/334-hkm-legt-stufenplan-vor-gew-fordert-mehr-spielraeume-fuer-schulen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=12e39c52852ae786ef80aa192064d57e Stand: 18.9.2020 Am 1. September – und damit zwei Wochen nach Beginn des Unterrichts – legte das Hessische Kultusministerium (HKM) endlich den immer wieder angekündigten „Stufenplan“ vor, wie der Unterricht je nach Entwicklung des Infektionsgeschehens modifiziert werden muss (Download am Ende der Datei).

     

     

    Dort beschreibt das HKM vier mögliche Planungsszenarien:

    Stufe 1: Angepasster Regelbetrieb

    Stufe 2: Eingeschränkter Regelbetrieb

    Stufe 3: Wechselmodell (Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht)

    Stufe 4: Distanzunterricht

    Damit soll „jedem neuen lokalen Ausbruch des Corona-Virus zusammen mit den kommunalen Entscheidungsträgern und insbesondere den zuständigen Gesundheitsämtern konsequent begegnet“ werden.

    Der Stufenplan legt keine Kriterien fest, wann eine neue Stufe eintritt. Damit unterscheidet er sich fundamental von dem in Zuständigkeit des Hessischen Sozialministerium entwickelten Eskalationsplan der Landesregierung (Download am Ende der Datei). Dieser richtet sich streng nach der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt. Bei einer Überschreitung der Inzidenzrate von 20 erfolgen „bedarfsgerecht angepasste Maßnahmen“ in Verbindung mit einer erhöhten Aufmerksamkeit und einem „erweiterten Meldewesen“. Weitere Eskalationsstufen treten bei Inzidenzraten über 35, über 50 und über 75 in Kraft. Auf der höchsten Stufe ab 75 wird die medizinische Lage durch den „Planungsstab COVID-19“ in der Landesregierung „gesteuert“.

    Landrat verordnet Maskenpflicht

    Bereits am 17. August, das heißt am ersten Schultag des neuen Schuljahrs, erließ der Landrat des Kreis Groß-Gerau als Dienstvorgesetzter des Kreisgesundheitsamts eine Allgemeinverfügung, mit der die Maskenpflicht an allen Schulen im Nordkreis, kurz danach auch für die Schulen in Mörfelden-Walldorf auf den Unterricht ausgeweitet wurde. Die Inzidenzrate hatte die Zahl 20 überstiegen, unter anderem auf Grund großer Familienfeierlichkeiten und einer hohen Zahl von Reiserückkehrern. Davon waren auch die Schulen betroffen. Gleichzeitig erklärte der Landrat, dass für alle anderen Auswirkungen auf den Schulbetrieb nicht die kommunalen Schulträger zuständig seien, sondern die staatliche Schulaufsicht. Für die Schulen ergab sich daraus die fatale Konsequenz, dass alle Überlegungen zur Anpassung des Unterrichtsbetriebs an die hohe Infektionsrate und die Maskenpflicht im Unterricht zunichte gemacht wurden: Schulen, die den Nachmittagsunterricht zugunsten von Förderunterricht in kleinen Gruppen zurückfahren oder klassenübergreifenden Religionsunterricht durch Ethik für alle anbieten wollten, wurden deutlich zurückgepfiffen.

    Zuständigkeit des Kreisgesundheitsamts

    Nach dem Stufenplan des HKM entscheiden die örtlichen Gesundheitsämter, wann welche Stufe erreicht und welche Maßnahmen ergriffen werden:

    Die örtlichen Gesundheitsämter setzen sich ins Benehmen mit den jeweiligen Staatlichen Schulämtern und ordnen die erforderlichen Maßnahmen an. Deshalb können die genannten Stufen oder davon abweichende einzelne Infektionsschutzmaßnahmen auch nur regional, lokal oder auf einzelne Schulen bezogen zum Tragen kommen. Dies gilt insbesondere für die Stufen 2 und 3. Landesweit geltende Maßnahmen werden durch die Hessische Landesregierung beschlossen.“ (HKM-Stufenplan Seite 1)

    Zum Zeitpunkt dieser GEW-Information liegt die Inzidenzrate im Kreis Groß-Gerau Mitte September seit mehr als einer Woche erneut deutlich über 20, zeitweise lag sie auch über 30. Genauso lang ist der Kreis Groß-Gerau hessenweit der Kreis mit der höchsten Zahl von Neuinfektionen gemessen an der Bevölkerungszahl. Trotzdem hat das Gesundheitsamt nicht mit einer erneuten Anordnung einer Maskenpflicht im Unterricht reagiert, da „die aktuelle Infektionslage (fast) ausnahmslos auf private Kontakte zwischen Familien zurückzuführen“ sei und „Schulen und Kindergärten – bis auf wenige Fälle – nicht im Fokus“ stünden. Deshalb würde „eine neue Maskenpflicht im Unterricht oder die Begrenzung von Veranstaltungen auf weniger Teilnehmer erst einmal am Ziel vorbeigehen“.

    Eine Maskenpflicht im Unterricht ist und bleibt umstritten. Personalräte und Schulleitungen berichteten bei Treffen der GEW, dass insbesondere ältere Schülerinnen und Schüler gern freiwillig eine Maske auch im Unterricht tragen und Eltern zum Schutz ihrer Kinder darauf drängen. Für Lehrerinnen, Lehrer und Kindern ist die Maske der einzig verbleibende Schutz. Insbesondere die Lehrkräfte der Grundschulen berichten, dass Kinder in hohem Maß unter den Masken leiden und sie auch nicht sachgemäß verwenden können.

    Mehr Spielräume für Schulen möglich

    Deshalb müssen den Schulen dringend andere Spielräume eröffnet werden. Eine Grundlage dafür bietet der Stufenplan des HKM. Für die Stufe 2 mit einem eingeschränkten Regelbetrieb gelten unter anderem folgende Optionen:

    „Das Gesundheitsamt kann das verpflichtende Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung anordnen, insbesondere an weiterführenden Schulen. Um eine Durchmischung von Gruppen (Kohorten bzw. konstante Lerngruppen) zu vermeiden, wird in allen Schularten das schulische Angebot ggf. angepasst (z. B. Wegfall von Arbeitsgemeinschaften, Veränderung des Ganztagsangebots). Die Zahl der Lehrkräfte pro Kohorte soll soweit wie möglich beschränkt werden, darüber hinaus sollte das Abstandsgebot zur Lehrperson eingehalten werden. An Grundschulen wird ausschließlich im Klassenverband unterrichtet.“ (HKM-Stufenplan Seite 2, Hervorhebungen: GEW)

    In der tabellarischen Übersicht auf Seite 4 wird die Stufe 2 wie folgt erläutert:

    „Infolge des Infektionsgeschehens können weitergehende Maßnahmen erforderlich werden. Die Stufen 2 und 3 werden dann nicht schematisch von den Gesundheitsbehörden angeordnet, sondern auf das konkrete Infektionsgeschehen regional, lokal oder auf einzelne Schulen bezogen. So wird zudem gewährleistet, dass auch bei verschärfter Infektionslage so viel Präsenzunterricht wie möglich an den Schulen angeboten werden kann. Vor allem in den Jahrgangsstufen 1 bis 6 ist die Einrichtung konstanter Lerngruppen prioritär in den Blick zu nehmen und damit der Präsenzunterricht im Rahmen der Stundentafel sicherzustellen.“ (HKM-Stufenplan Seite 4, Hervorhebungen GEW)

    Empfehlungen der GEW

    Schulen oder regionale Schulverbünde, die mit einen besonderen Infektionsgeschehen konfrontiert, sollten sich unbedingt auch mit der Gesundheitsbehörde oder dem Schulträger in Verbindung setzen und darauf drängen, dass ihnen die möglichen Spielräume zugestanden werden. Das gilt insbesondere dann, wenn die Schulaufsicht auf einer peniblen Umsetzung eines ganz regulären Stundenplans besteht, als wäre Corona längst Vergangenheit. Auch der Gesamtpersonalrat ist in dieser Richtung aktiv. Die Leiterin des Staatlichen Schulamts hat bereits zugesagt, sich im Rahmen des beschriebenen Verfahrens zukünftig verstärkt mit dem Gesundheitsamt abzusprechen. Aber die Zuständigkeiten sind – wie oben dargestellt - im Stufenplan des HKM klar geregelt: „Die örtlichen Gesundheitsämter setzen sich ins Benehmen mit den jeweiligen Staatlichen Schulämtern und ordnen die erforderlichen Maßnahmen an.“  

     

    Anlagen

    Stufenplan des Hessischen Kultusministeriums vom 1.9.2020: leitfaden_schulbetrieb.pdf

    Eskalationskonzept der Landesregierung: eskalationskonzept.pdf

    ]]>
    Archiv 2019 bis 2020 Aktuell
    news-333 Thu, 03 Sep 2020 07:50:00 +0200 Personalratswahlen erst im Mai 2021 https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/333-personalratswahlen-erst-im-mai-2021/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=61e08849ac9050c5470df3a8d984f4e6 Trotzdem mit den Vorbereitungen jetzt beginnen Zu den ersten Konsequenzen der Pandemie gehörte die Verschiebung der Personalratswahlen in den Schulen und anderen Dienststellen im Geltungsbereich des Hessischen Personalvertretungsgesetzes (HPVG). Der Landtag beschloss am 24.3.2020 ein Gesetz, dass die Amtszeit der bestehenden Personalräte längstens bis zum 31.5.2021 verlängert wird. In einem überfallartigen Erlass des Innenministeriums wurde außerdem angeordnet, dass die Wahlvorstände ihre Arbeit einzustellen haben, obwohl die Vorbereitungen für die am 12. und 13. Mai 2020 angesetzte Wahl der Schulpersonalräte, der Gesamt- und Hauptpersonalräte fast vollständig abgeschlossen waren. Für die GEW hieß dies auch im Kreis Groß-Gerau und im Main-Taunus-Kreis, die fertigen Plakate, Flyer und Wahlprogramme zunächst einmal „einzulagern“.

    Dies war zunächst mit der Hoffnung verbunden, dass die Wahlen doch noch vor den Sommerferien oder zu einem frühen Zeitpunkt im neuen Schuljahr durchgeführt werden können. Diese Hoffnung hat sich jetzt zerschlagen, da sowohl das federführende Innenministerium als auch die Gewerkschaften in den anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes die vom Landtag gesetzte Frist bis zum Schluss ausnutzen wollen. Unser dringlicher Hinweis, dass im Schulbereich zusätzlich zu den Wahlen der Gesamt-, Bezirks- und Hauptpersonalräte mehr als 2.000 Schulpersonalräte gewählt werden müssen, blieb ungehört.

    Mit Erlass vom 21.8.2020 hat das Hessische Innenministerium jetzt mitgeteilt, es sei auch angesichts weiter anhaltenden Pandemielage nicht geplant, einen früheren Wahltermin festzulegen: „Die Personalratswahlen sind somit rechtzeitig vor Ablauf der verlängerten Amtszeit, also im Mai 2021 durchzuführen. § 17 HPVG findet mit der Maßgabe Anwendung, dass der Mai 2021 als Zeitraum für die nächsten allgemeinen Personalratswahlen gilt.“

    Der exakte Termin im Mai 2021 wird vom Hauptwahlvorstand zeitnah festgelegt.

    Wahlvorstände benennen

    Die GEW wird die Wahlvorstände auch in der zweiten Runde tatkräftig unterstützen. Dabei ist es sehr hilfreich, wenn die Personalräte nach den Herbstferien, spätestens vor Beginn der Weihnachtsferien, möglichst dieselben Kolleginnen und Kollegen als Mitglieder des Wahlvorstands benennen, die die Aufgabe bis zum Abbruch der Wahlvorbereitungen im März 2020 ausgeübt haben. Personalräte und Wahlvorstände sollten außerdem alle Unterlagen in Papierform oder digitalen Formaten aufheben, damit diese nur noch überprüft und  aktualisiert, aber nicht mehr komplett neu erstellt werden müssen. Das gilt insbesondere auch für die Liste der Wahlberechtigten. Wichtig ist es auch, das Wahlhandbuch der GEW (siehe Abbildung) aufzuheben, das für den neuen Wahltermin seine Gültigkeit behält und nur durch einen neuen Zeitplan ergänzt wird.

    Für Kontinuität wird auch der Gesamtwahlvorstand für die Wahl des Gesamtpersonalrats der Lehrerinnen und Lehrer im Bereich des Staatlichen Schulamts Groß-Gerau und Main-Taunus (GPRLL) sorgen, der die örtlichen Wahlvorstände mit allen wichtigen Informationen zur Wahl des GPRLL und des Hauptpersonalrats (HPRLL) versorgen wird. Hier haben Martin Jöckel und Nete Errico, die beide an der Werner-Heisenberg-Schule arbeiten, bereits zugesagt, dass sie dort wieder die Federführung übernehmen werden. Auch an dieser Stelle vielen Dank!

    Auf GEW-Seite wird die Wahl wieder durch die Kreisrechtsberatung unterstützt. Personalräte und Wahlvorstände können sich deshalb mit ihren Fragen auch an Harald Freiling wenden:

    freiling.hlz@t-online.de

    Vorzeitige Neuwahl von Schulpersonalräten

    Auch Schulen, an denen der Personalrat auf Grund von Rücktritten, Versetzungen oder Pensionierungen bereits vor dem allgemeinen Wahltermin im Mai 2021 nicht mehr arbeitsfähig ist, können sich an uns wenden. Wir beraten dann gern, wie zeitnah und rechtskonform auf der Grundlage von § 24 Abs.1 HPVG ein neuer Schulpersonalrat gewählt werden kann. An einigen Schulen in unserer Region wurden Schulpersonalräte bereits am Ende des vergangenen Schuljahrs neu gewählt. Wir bitten zu beachten, dass auch an diesen Schulen ein Wahlvorstand benannt werden muss, da auch dort im Mai 2021 der GPRLL und der HPRLL neu gewählt werden müssen.

    Harald Freiling, GEW-Kreisrechtsberater

    ]]>
    Archiv 2019 bis 2020 Aktuell
    news-328 Tue, 01 Sep 2020 14:21:00 +0200 Treffen der Personalräte und GEW-Vertrauensleute https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/328-treffen-der-personalraete-und-gew-vertrauensleute/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=fb3b5665d8bf7a6afe5eaec1969739f8 Mi., 16.9.2020 | Rüsselsheim Mi., 23.9.2020 | Groß-Gerau Do., 1.10.2020 | Hofheim Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    hiermit laden wir euch erstmals nach längerer Zeit wieder zu Präsenztreffen der Personalräte und GEW-Vertrauensleute ein:

    Mittwoch, 16. September 2020, 15.00 bis 17.30 Uhr
    in Rüsselsheim an der lmmanuel-Kant-Schule, Evreuxring 25 (Aula)

    Mittwoch, 23. September 2020, 15.00 bis 17.30 Uhr
    in Groß-Gerau an der Martin-Buber-Schule, Wilhelm-Seipp-Str.1

    Donnerstag, 1. Oktober, 15.00 Uhr bis 17.30 Uhr
    in der Stadthalle Hofheim, Chinonplatz 4,

    Für alle Treffen wird die Zahl der Teilnehmenden so begrenzt, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Deshalb bitten wir, dass pro Schule nur eine Person kommt. Außer am Sitzplatz muss eine Maske getragen werden, bei der Eintragung in die Anwesenheitsliste ist auch eine Telefonnummer anzugeben.

    Anders als sonst bitten wir um eine formlose Anmeldung per E-Mail:

    für die Treffen in Rüsselsheim und Groß-Gerau an freiling.hlz@t-online.de

    für das Treffen in Hofheim an  gewschmidbauer@t-online.de

    Bitte geben Sie den gewünschten Termin, Ihre Schule und Ihre private Telefonnummer an.

    Als Tagesordnungspunkte schlagen wir vor:

    1. Schulen im Kreis Groß-Gerau und im Main-Taunus-Kreis unter Corona-Bedingungen
    2. Stellenzuweisung und Personalsituation im Schuljahr 2020/2021
    3. Digitales: Videoübertragungen aus dem Unterricht, dienstliche E-Mail-Adressen u.a.
    4. Vorbereitungen für die Personalratswahl im Mai 2021
    5. Anfragen und Anregungen der Personalräte

    Die Veranstaltungen werden von den GEW-Kreisverbänden als Schulungsveranstaltung für Personalräte gemäß § 40 Absatz 2 HPVG durchgeführt. Personalräten ist Dienstbefreiung zu erteilen. Reisekosten werden nach § 93 Abs.4 HPVG auf Antrag erstattet. Dazu ist ein Beschluss des Personalrats gemäß § 42 HPVG über die Teilnahme erforderlich, der vor der Reise der Schulleitung anzuzeigen ist.   

    Mit herzlichem Gruß

    für den GEW-Kreisverband Groß-Gerau:
    Robert Hottinger, Claudia Kuse, Margot Marz, Doro Schäfer, Nathalie Thoumas

    für den GEW-Kreisverband Main-Taunus:
    Inge Druschel-Lang, Katja Pohl, Konni Weber, Andreas Stähler

    Fortbildungsbedarf für neu gewählte Personalräte?

    In einigen Schulen mussten oder müssen trotz der Verschiebung des Wahltermins neue Personalräte gewählt werden. Bitte teilen Sie uns mit, ob und für wie viele Personen bei Ihnen Interesse an einem Kompaktseminar im Kreis Groß-Gerau zur Einführung in die Arbeit mit Hessischen Personalvertretungsgesetz besteht,  das wir in der Zeit zwischen den Herbst- und den Weihnachtsferien anbieten könnten.

    Einladung für den Kreis Groß-Gerau als pdf:

    Einladung für den Main-Taunus-Kreis als pdf:

    Sie möchten sich in den Verteiler der GEW für Personalräte und GEW-Vertrauensleute eintragen lassen? Dann senden Sie eine Mail an:

    freiling.hlz@t-online.de

    Bild: Dieter Tonn

    ]]>
    Archiv 2019 bis 2020
    news-327 Mon, 31 Aug 2020 07:50:00 +0200 Maskenpflicht im Unterricht verlängert https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/327-maskenpflicht-im-unterricht-verlaengert/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=1727cd44c261fc3689a7ebc7a81a63a9 GEW fordert mehr Flexibilität für Schulen Update vom 30.8.20 Eine neue Allgemeinverfügung des Kreises Groß-Gerau vom 27.8.2020 legt fest, dass die Maskenpflicht im Unterricht für die Schulen in Rüsselsheim, Raunheim, Kelsterbach, Ginsheim-Gustavsburg, Bischofsheim und Mörfelden-Walldorf zunächst bis zum 13.9. verlängert wird. Einen Link zum Download findet man am Ende der Datei. Gegenüber den Verfügungen vom 17. und 20. August gibt es folgende Veränderung.

    1. Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keine MNB tragen dürfen, können von der Maskenpflicht befreit werden.
    2. Die Maskenpflicht im Unterricht gilt nicht, wenn der Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Personen eingehalten werden kann.
    3. Sportunterricht im Freien ist wieder möglich, wenn der Abstand eingehalten werden kann.

    Insbesondere Punkt 2 bietet den Schulen bei der Organisation von Unterricht und Förderangeboten in kleinen Gruppen wieder etwas mehr Möglichkeiten, maskenfreie Bereiche zu schaffen. Allerdings liegt die Zuständigkeit für die Ausgestaltung des Unterrichts nicht bei den kommunalen Schulträgern, sondern bei der staatlichen Schulaufsicht. Landrat Will hat den entsprechenden Passus seiner Allgemeinverfügung in einer Presseerklärung wie folgt erläutert:

    Nach wie vor hält der Kreis Groß-Gerau an den Schulen im Nordkreis in Rüsselsheim am Main, Raunheim, Kelsterbach, Bischofsheim, Ginsheim-Gustavsburg sowie auch in Mörfelden-Walldorf an der Pflicht fest, auch im Präsenzunterricht im Klassen- und Kursverband eine Mund-Nasenbedeckung zu tragen. „Die Pflicht gilt aber nicht, soweit die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln des Robert-Koch-Instituts, insbesondere der Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Personen, eingehalten werden kann“, so Landrat Will. „Die Rückkehr zur Regelschule mit der ursprünglichen Klassengröße halte ich angesichts der steigenden Infektionszahlen ohne weitere Schutzmaßnahmen für zu riskant“, sagte Landrat Will. „Mit der jetzigen Regelung geben wir den Schulen die Möglichkeit, zum Beispiel mit versetzten Unterrichtszeiten, angepassten Lernkonzepten oder einem geschickten System von Präsenzunterricht am Vor- und Nachmittag mit Homeschooling-Anteilen die Zumutungen, die das Tragen eines Mund-Nasenschutzes über Stunden hinweg bedeuten, zu verringern“, so Will.

    Inzwischen liegen der GEW Berichte aus dem Kreis Groß-Gerau, aber auch aus anderen Regionen Hessens vor, dass Planungen der Schulen, auf die Maskenpflicht und das steigende Infektionsrisiko flexibel zu reagieren, kategorisch unterbunden werden. Das Hessische Kultusministerium und die Staatlichen Schulämter bestehen kategorisch auf der Einhaltung der Stundentafel und der regulären Stundenpläne, als sei die Pandemie graue Vergangenheit. Der Vorstand des GEW-Kreisverbands Groß-Gerau hat deshalb die unten angefügte Pressemitteilung versandt und den Landrat sowie die Bürgermeister von Rüsselsheim und Kelsterbach um Unterstützung gebeten. Auch der Gesamtpersonalrat wird umgehend in diesem Sinn tätig werden.

    Presseerklärung der GEW Groß-Gerau vom 30.8.2020

    GEW fordert mehr Spielräume, um Bildung und Gesundheitsschutz zu vereinbaren

    Der Schulstart sei von den Schulen „in beeindruckender Weise gemeistert“ worden und die regionalen Regelungen zum Tragen von Masken hätten sich „bewährt“. Der Vorstand des GEW-Kreisverbands hält dieses Fazit von Kultusminister Lorz nach acht Unterrichtstagen für reine „Schönfärberei“. Die Sorgen von Eltern, Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften und die Belastungen durch die für Schulen im Norden des Kreises Groß-Gerau angeordnete Maskenpflicht im Unterricht würden „unter den Teppich gekehrt“. Die GEW begrüßt es, dass in der Verfügung des Landratsamts zur Verlängerung der Maskenpflicht bis zum 13. September die Maskenpflicht aufgehoben ist, wenn stattdessen die Abstandsregeln eingehalten werden können. Die GEW zeigt sich jedoch empört, dass „das Kultusministerium und die Schulaufsicht alle Planungen von Schulen zunichte machen, die das Infektionsrisiko und die Zeit begrenzen, in der Masken getragen werden müssen“. Inzwischen hat auch der Landrat des Main-Taunus-Kreises eine dringende Empfehlung für das Tragen von Masken auch im Unterricht ausgesprochen.

    Der GEW liegen konkrete Berichte aus Grundschulen und Gesamtschulen im Norden des Kreises Groß-Gerau, aber auch aus anderen Teilen Hessens vor, wo sinnvolle Überlegungen „von oben“ untersagt werden, um die Fiktion eines „normalen Schuljahres im Regelbetrieb“ zu retten. Schulen, die anstelle von klassenübergreifendem Religionsunterricht Ethik im Klassenverband anbieten wollten, um Infektionsbrücken zu vermeiden, wurden angewiesen, dies zu unterlassen. Dieselbe Erfahrung machen Schulen, die versetzte Anfangszeiten organisieren oder Lerngruppen teilen wollten oder den Nachmittagsunterricht durch Förderunterricht in kleineren Lerngruppen ersetzt haben, in denen der Abstand eingehalten werden soll.  „Schultage, an denen Kinder und Jugendliche einschließlich der Zeit in überfüllten Schulbussen, im Nachmittagsunterricht und in der Ganztagsbetreuung bis zu acht Zeitstunden eine Maske tragen sollen, sind für die GEW weiterhin nicht zumutbar.“ Alle Schulen bemühen sich mit allen Kräften, soviel Unterricht und Normalität wie möglich zu organisieren, so das Fazit der GEW: „Dass ihnen auf diesem Weg alle Spielräume genommen werden, den Anspruch auf Bildung und den Gesundheitsschutz zu vereinbaren, ist für uns nicht hinnehmbar.“  

    GEW-Kreisverband Groß-Gerau

    Der Kreisvorstand

    im Auftrag: Harald Freiling

    Kreisrechtsberater

    Anlagen:

    Update-30-08-2020-verlängerung-maskenpflicht.pdf

    GG-Allgemeinverfügung-27-08-2020.pdf

    Bild: freepic, students

     

    ]]>
    Archiv 2019 bis 2020 Aktuell
    news-326 Mon, 24 Aug 2020 13:00:10 +0200 GEW Main-Taunus fordert tragfähiges Konzept für Schulen https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/326-gew-main-taunus-fordert-tragfaehiges-konzept-fuer-schulen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=bfbf610a584cae9f4575f7ab1a6b96aa in Zeiten steigender Corona-Infektionszahlen Die Schule hat begonnen. Lehrkräfte freuen sich darauf, wieder zu unterrichten und neue Schülerinnen und Schüler zu begrüßen. Nicht nur Erstklässler freuen sich ebenfalls über den Schulanfang. Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler sind jedoch mit großer Verunsicherung in das neue Schuljahr gegangen. Die Hoffnung, die vor den Sommerferien bestand, dass der positive Trend fallender Infektionszahlen sich über den Sommer fortsetzen und einen annähernd normalen Schulbeginn ermöglichen würde, hat sich leider nicht erfüllt.

    Begrüßenswert ist es, dass Lehrkräften zurzeit freiwillige Corona-Tests geboten werden. Allerdings hängt die Chance, durch Testung Infektionsketten zu unterbrechen, maßgeblich von einer schnellen Übermittlung der Testergebnisse ab. Uns ist nun der Fall einer Lehrerin aus dem Main-Taunus-Kreis bekannt geworden, die eine ganze Woche auf ihr Testergebnis warten musste. An dieser Stelle muss das Gesundheitsamt Verstärkung erhalten, damit dieses sinnvolle Angebot und die Bereitschaft vieler Lehrkräfte, sich testen zu lassen, um sich und ihre Schulgemeinde zu schützen, die gewünschte Schutzfunktion tatsächlich erfüllen kann.

    Im benachbarten Kreis Groß Gerau, wo mit mehr als 20 wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern die Infektionszahlen in den letzten Tagen in die Höhe gegangen sind, wurden Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte durch Verordnung des Landkreises nun verpflichtet, auch im Unterricht Masken zu tragen. Sportunterricht darf nicht erteilt werden. Der Main-Taunus-Kreis ist mit der Zahl 18, die am 17. August erreicht wurde, nicht mehr weit von dieser Grenze entfernt. Mehrere Großstädte in Südhessen überschreiten diese Grenze ebenfalls. Einige Schulen haben bereits aus eigener Initiative weitergehende Maskenpflichten verhängt, als dies im landesweit geltenden Hygieneplan und in der geltenden Verordnung des Landes Hessen vorgesehen ist, um Infektionen vorzubeugen.

    Masken im Unterricht zu tragen, ist aber keine Lösung, erst recht keine Dauerlösung. Täglich sehen wir im Fernsehen, wie Politikerinnen und Politiker vor ein Mikrofon treten, ihre Maske abnehmen und zu sprechen beginnen. Kindern und Jugendlichen sowie ihren Lehrerinnen und Lehrern ist es nicht zuzumuten, durch Masken hindurch zu sprechen und über mehrere Stunden zu lernen und zu lehren, zumal die Temperaturen in Schulräumen weit wärmer sind als in Operationssälen von Krankenhäuser, in denen der Mund-Nasen-Schutz bisher benutzt wurde. In dieser Situation vermissen wir einen Plan B der Landesregierung. Lokal verhängte Maskenpflichten sind Zeichen von Hilflosigkeit und hektischer Reaktion auf die Krise, aber kein tragfähiges Konzept für das gesamte Schuljahr.

    Überall dort, wo angesichts steigender Infektionszahlen der Unterricht in kompletten Lerngruppen und der damit verbundene  Verzicht auf den Mindestabstand zu riskant erscheinen, muss es alternative Lösungen geben. Kleine Gruppen sollten in halber Klassenstärke unter Wahrung des gebotenen Mindestabstandes tage- oder wochenweise abwechselnd unterrichtet werden. Damit kann auf Konzepte zurückgegriffen werden, die in den Schulen vor den Sommerferien entwickelt und erprobt wurden. Diese Kombination von Präsenz- und Distanzunterricht, soweit möglich und sinnvoll gestützt durch digitale Hilfsmittel wie Schulportal oder moodle,  wäre allemal besser  als das Risiko, Schulen wieder gänzlich schließen zu müssen, wenn es zu Ansteckungen kommt. In den Grundschulen muss  weiterhin eine strikte Trennung der Lerngruppen gewahrt und diese auch in der Nachmittagsbetreuung aufrechterhalten werden.

    Anstatt sich mit der Umsetzung wöchentlich wechselnder Maßnahmen zu verzetteln, könnten sich Lehrkräfte wieder auf ihre pädagogischen Aufgaben und den Unterricht konzentrieren. Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern wäre mit einem Konzept gedient, auf das sie sich für die nächsten Monate verlassen können. 

    ]]>
    Archiv 2019 bis 2020 Aktuell
    news-325 Mon, 24 Aug 2020 08:50:00 +0200 Bei Maskenpflicht höchstens 4 Stunden Unterricht https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/325-bei-maskenpflicht-hoechstens-4-stunden-unterricht/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=564be0ce1d49d78ab097aa2e25b3590d GEW Groß-Gerau In Teilen des Landkreises Groß-Gerau  wurde eine Maskenpflicht auch im Unterricht angeordnet. Angesichts der weiter hohen Infektionszahlen ist nicht davon auszugehen, dass die vorläufige Befristung bis zum 30.8. aufgehoben werden kann. Die GEW hält eine Maskenpflicht über den gesamten Schultag mit bis zu acht Zeitstunden für unzumutbar und unverantwortlich und erhebt deshalb die folgende dringliche Sofortforderung an das Land Hessen und an die kommunalen Behörden:

    Überall dort, wo die Behörden eine Maskenpflicht für die Schulen anordnen oder die Schulkonferenz einen solchen Beschluss gefasst hat, ist der Unterricht sofort auf maximal zwei Doppelstunden am Tag mit einer halbstündigen Pause zu begrenzen.

    Der GEW-Kreisverband hat bereits in seiner Stellungnahme zum Schuljahresbeginn zur Maskenpflicht in der Schule Stellung genommen. Die Maskenpflicht wird zwar von vielen Lehrerinnen und Lehrern begrüßt, da alle anderen Schutzmaßnahmen, insbesondere die in allen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens geltenden Abstandsregeln, von der Landesregierung aufgehoben wurden, doch machen alle Rückmeldungen deutlich, dass die Maskenpflicht im Schulalltag mit großen Problemen verbunden ist. Der GEW liegen am Ende der ersten Schulwoche zahlreiche Berichte aus den Schulen vor, die die Belastungen durch Kopfschmerzen, fehlende Konzentration, Übelkeit und ein stark reduziertes Wohlbefinden dokumentieren: „Die Masken behindern die pädagogische Arbeit und sind Kindern, Jugendlichen und Lehrkräften über viele Stunden am Tag einschließlich der Ganztagsangebote nicht zuzumuten.“

    Kultusminister Lorz hat noch unmittelbar vor den Sommerferien erklärt, er halte einen Unterricht mit Maske für „pädagogisch grenzwertig“. Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte Thomas Fischbach sieht die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler durch das Tragen einer Mund-Nase-Maske im Unterricht beeinträchtigt.

    Die Belastung wird durch die aktuellen Temperaturen und völlig unpraktikable Vorgaben des Landes und des Kreisgesundheitsamts weiter erhöht. Wenn man Anweisung ernst nimmt, dass „vor und nach dem Abnehmen der benutzten Mund-Nasen-Bedeckung die Hände gründlich mit Seife zu waschen oder  zu desinfizieren sind“, bleibt kaum noch Zeit für den Unterricht. Ignoriert werden auch die Vorschriften der Berufsgenossenschaften, dass je nach Maskenart nach 75 bis 120 Minuten eine 30-minütige „Maskenpause“ eingelegt werden muss.

    Für die Schulen im Kreis Groß-Gerau, die jetzt von der Maskenpflicht im Unterricht betroffen sind, stellt die GEW eine ganz konkrete Forderung auf: „Eine Maskenpflicht über den gesamten Schultag mit bis zu acht Zeitstunden ist unzumutbar und unverantwortlich. Deshalb muss der Unterricht überall dort, wo die Behörden diese für die Schulen anordnen, sofort auf maximal zwei Doppelstunden am Tag mit einer halbstündigen Pause begrenzt werden.“

    Die konkrete Umsetzung muss den Schulen überlassen bleiben. Versetzte Anfangs- und Pausenzeiten müssen dafür sorgen, dass es eine echte Maskenpause gibt, in der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte mit Abstand die Maske abnehmen können. 

    Mit der Maskenpflicht im Unterricht ist bereits die „letzte Eskalationsstufe“ erreicht. Die GEW fordert deshalb, dass umgehend die notwendigen Vorbereitungen getroffen werden, um notfalls auch kurzfristig wieder zum Unterricht in kleineren Lerngruppen, in denen das Abstandsgebot eingehalten werden kann, zurückkehren zu können. Dazu müssen Stundenpläne vorgehalten werden, die sowohl Stunden im Präsenzunterricht vorsehen als auch verlässliche und verbindliche Regelungen für das Lernen zu Hause.

    Dabei lässt die GEW keinen Zweifel daran, dass sie Abstandsregeln, das Tragen von Masken und die  Regelungen für Veranstaltungen für zwingend erforderlich hält, um die Verbreitung des  SARS-CoV-2-Erregers zu begrenzen. Es ist deshalb unverantwortlich, ausschließlich in der Schule auf die Abstandsregeln zu verzichten, und das „über viele Stunden mit viel zu vielen Menschen in zu kleinen Räumen, die man oft nur schlecht lüften kann“.

    Bild: freepic, students

    ]]>
    Archiv 2019 bis 2020 Aktuell
    news-324 Wed, 19 Aug 2020 10:50:00 +0200 GEW blickt besorgt auf den Unterrichtsstart nach den Sommerferien https://www.gew-gg-mtk.de/home/details/324-gew-blickt-besorgt-auf-den-unterrichtsstart-nach-den-sommerferien/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=fbc141417176747e732809e7645502f1 Presseerklärung der GEW Groß-Gerau GEW-Kreisverband Groß-Gerau

    für das Kreisvorsitzendenteam:

    Robert Hottinger

    r.hottinger@gew-gg-mtk.de

    GEW blickt besorgt auf den Unterrichtsstart nach den Sommerferien

    Dem Vorstand des GEW-Kreisverbands Groß-Gerau liegen kurz nach Wiederaufnahme des Unterrichts zahlreiche Berichte von Lehrkräften und Eltern vor: „Zwar freuen sich alle, dass das Lernen und die Begegnungen im Präsenzunterricht wieder zum Alltag gehört, aber insbesondere die Maskenpflicht führt zu heftigem Unmut.“ Dies gelte insbesondere für die bereits am ersten Schultag für Schulen im Nordkreis angeordnete Maskenpflicht im Unterricht als auch die landesweit geltende Maskenpflicht auf dem Schulgelände und in den Pausen.

    Die Maskenpflicht werde zwar von den allermeisten Lehrerinnen und Lehrern begrüßt, da alle anderen Schutzmaßnahmen, insbesondere die in allen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens geltenden Abstandsregeln, von der Landesregierung aufgehoben wurden, doch machen alle Rückmeldungen deutlich, dass die Maskenpflicht im Schulalltag mit großen Problemen verbunden ist: „Die Masken behindern die pädagogische Arbeit und sind Kindern, Jugendlichen und Lehrkräften über viele Stunden am Tag einschließlich der Ganztagsangebote nicht zuzumuten.“ Die Belastung werde durch die aktuellen Temperaturen und völlig unpraktikable Vorgaben des Landes und des Kreisgesundheitsamts weiter erhöht. Wenn man Anweisung ernst nimmt, dass „vor und nach dem Abnehmen der benutzten Mund-Nasen-Bedeckung die Hände gründlich mit Seife zu waschen oder  zu desinfizieren sind“, bleibe kaum noch Zeit für den Unterricht. Die den Schulen zur Verfügung gestellten FFP-2-Masken riechen sehr unangenehm und sind oft zu klein. Ignoriert werde auch die Regelung für Pflegekräfte und andere Berufe, dass je nach Maskenart nach 75 bis 120 Minuten eine 30-minütige „Maskenpause“ eingelegt werden muss.

    Die GEW hält es für unverantwortlich, dass die Landesregierung weiter an der vor den Sommerferien ausgegebenen Losung festhält, es werde schon „alles gut gehen“. Angesichts der wieder steigenden Zahl von Neuinfektionen müsse die Vorstellung, das Schuljahr könne im Normalbetrieb beginnen, zu den Akten gelegt werden.  Die Landesregierung müsse endlich zur Kenntnis nehmen, dass die Schulen „als Ort der Begegnung aller Schulpflichtigen ein besonders geeigneter Bereich sind, an dem sich Infektionen ausbreiten können", so wie es der Landrat des Kreises Groß-Gerau in seiner Allgemeinverfügung schreibt.

    Die GEW fordert, dass umgehend die notwendigen Vorbereitungen getroffen werden, um notfalls auch kurzfristig wieder zum Unterricht in kleineren Lerngruppen, in denen das Abstandsgebot eingehalten werden kann, zurückkehren zu können. Dazu müssen Stundenpläne vorgehalten werden, die sowohl Stunden im Präsenzunterricht vorsehen als auch verlässliche und verbindliche Regelungen für das Lernen zu Hause. Um das Lernen zu Hause zu begrenzen, müssen zusätzliche Räume für die Teilung von Lerngruppen und zusätzliche Personen für die Betreuung der Lerngruppen gefunden werden. Hier sollten aus Sicht der GEW auch die Menschen angesprochen werden, die bereits in der Sommerferienakademie tätig waren, aber auch Beschäftigte in den Ganztagsangeboten, die aus infektiologischen Gründen begrenzt werden müssen, da sich dort die Gruppenmischung noch weniger realisieren lässt als im Unterricht. Die GEW hatte schon vor den Ferien gefordert, solche Vorbereitungen zu treffen und auch die technischen Bedingungen für digitale Lernwege zu verbessern.

    Außerdem fordert die GEW, dass bei einem Verdachtsfall, der Rückkehr aus einem Risikogebiet oder einem positiven Test vor der Rückkehr in den Unterricht eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden muss. Diese Regelung war im neuen Hygieneplan für Schulen in der letzten Ferienwoche aufgehoben worden.

    Bild: freepics students

    ]]>
    Archiv 2019 bis 2020 Aktuell