GEW blickt besorgt auf den Unterrichtsstart nach den Sommerferien

Presseerklärung der GEW Groß-Gerau

GEW-Kreisverband Groß-Gerau

für das Kreisvorsitzendenteam:

Robert Hottinger

r.hottinger@gew-gg-mtk.de

GEW blickt besorgt auf den Unterrichtsstart nach den Sommerferien

Dem Vorstand des GEW-Kreisverbands Groß-Gerau liegen kurz nach Wiederaufnahme des Unterrichts zahlreiche Berichte von Lehrkräften und Eltern vor: „Zwar freuen sich alle, dass das Lernen und die Begegnungen im Präsenzunterricht wieder zum Alltag gehört, aber insbesondere die Maskenpflicht führt zu heftigem Unmut.“ Dies gelte insbesondere für die bereits am ersten Schultag für Schulen im Nordkreis angeordnete Maskenpflicht im Unterricht als auch die landesweit geltende Maskenpflicht auf dem Schulgelände und in den Pausen.

Die Maskenpflicht werde zwar von den allermeisten Lehrerinnen und Lehrern begrüßt, da alle anderen Schutzmaßnahmen, insbesondere die in allen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens geltenden Abstandsregeln, von der Landesregierung aufgehoben wurden, doch machen alle Rückmeldungen deutlich, dass die Maskenpflicht im Schulalltag mit großen Problemen verbunden ist: „Die Masken behindern die pädagogische Arbeit und sind Kindern, Jugendlichen und Lehrkräften über viele Stunden am Tag einschließlich der Ganztagsangebote nicht zuzumuten.“ Die Belastung werde durch die aktuellen Temperaturen und völlig unpraktikable Vorgaben des Landes und des Kreisgesundheitsamts weiter erhöht. Wenn man Anweisung ernst nimmt, dass „vor und nach dem Abnehmen der benutzten Mund-Nasen-Bedeckung die Hände gründlich mit Seife zu waschen oder  zu desinfizieren sind“, bleibe kaum noch Zeit für den Unterricht. Die den Schulen zur Verfügung gestellten FFP-2-Masken riechen sehr unangenehm und sind oft zu klein. Ignoriert werde auch die Regelung für Pflegekräfte und andere Berufe, dass je nach Maskenart nach 75 bis 120 Minuten eine 30-minütige „Maskenpause“ eingelegt werden muss.

Die GEW hält es für unverantwortlich, dass die Landesregierung weiter an der vor den Sommerferien ausgegebenen Losung festhält, es werde schon „alles gut gehen“. Angesichts der wieder steigenden Zahl von Neuinfektionen müsse die Vorstellung, das Schuljahr könne im Normalbetrieb beginnen, zu den Akten gelegt werden.  Die Landesregierung müsse endlich zur Kenntnis nehmen, dass die Schulen „als Ort der Begegnung aller Schulpflichtigen ein besonders geeigneter Bereich sind, an dem sich Infektionen ausbreiten können", so wie es der Landrat des Kreises Groß-Gerau in seiner Allgemeinverfügung schreibt.

Die GEW fordert, dass umgehend die notwendigen Vorbereitungen getroffen werden, um notfalls auch kurzfristig wieder zum Unterricht in kleineren Lerngruppen, in denen das Abstandsgebot eingehalten werden kann, zurückkehren zu können. Dazu müssen Stundenpläne vorgehalten werden, die sowohl Stunden im Präsenzunterricht vorsehen als auch verlässliche und verbindliche Regelungen für das Lernen zu Hause. Um das Lernen zu Hause zu begrenzen, müssen zusätzliche Räume für die Teilung von Lerngruppen und zusätzliche Personen für die Betreuung der Lerngruppen gefunden werden. Hier sollten aus Sicht der GEW auch die Menschen angesprochen werden, die bereits in der Sommerferienakademie tätig waren, aber auch Beschäftigte in den Ganztagsangeboten, die aus infektiologischen Gründen begrenzt werden müssen, da sich dort die Gruppenmischung noch weniger realisieren lässt als im Unterricht. Die GEW hatte schon vor den Ferien gefordert, solche Vorbereitungen zu treffen und auch die technischen Bedingungen für digitale Lernwege zu verbessern.

Außerdem fordert die GEW, dass bei einem Verdachtsfall, der Rückkehr aus einem Risikogebiet oder einem positiven Test vor der Rückkehr in den Unterricht eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden muss. Diese Regelung war im neuen Hygieneplan für Schulen in der letzten Ferienwoche aufgehoben worden.

Bild: freepics students