Ein spektakulär gutes Catering

Am Bildungstag wurde das Catering von den Berufsfachschüler*innen der Werner-von-Heisenberg-Schule übernommen

Ein spektakulär gutes Catering

Begeisterte Rückmeldungen gab es für da Küchenteam der Werner-Heisenberg-Schule, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bildungstags von den frischen belegten Brötchen vor Beginn der Veranstaltung über das nachhaltig zubereitete und vorzügliche Mittagessen bis zu Kaffee und Kuchen zum Ausklang versorgte.

Auf dem Foto von links nach rechts: Yusuf Bektas, Achim Siegfried, Aurelia Wiczynski, Emir Kilinc, Anaïs Kraft, Leon Kirchberg, Asmae El Moussaoui, Patricia Faria Nasciemento, Jan Holdefehr, Selinay Gürbüz, Naoufal Azzouzi und Erva Selvi. Nicht auf dem Foto aber ebenfalls mit vollem Einsatz dabei: Aleyna Baran, Viviana Failla und Seyda Mengus

„Das spektakulär gute Catering bildete einen würdigen Rahmen für den rundum gelungenen Bildungstag!“ Das war nur eine der vielen positiven Rückmeldungen, die wir zu hören bekamen. Darum möchten wir gerne das Team vorstellen, das für diese nachhaltig beeindruckende Leistung verantwortlich war: 16 Schülerinnen und Schüler der Werner-Heisenberg-Schule, die im 2. Jahr die Berufsfachschule Gastronomie besuchen, ihre Klassenlehrerin Aurelia Wiczynski und die beiden Lehrer für arbeitstechnische Fächer Achim Siegfried und Jan Holdefehr. Die beiden sind Küchenmeister mit langjähriger Erfahrung in der gehobenen Gastronomie, die ihr Können in die pädagogische Arbeit einfließen lassen. Karola Pruschke-Löw sprach mit den drei Lehrkräften:

Wie war das, als der GEW-Kreisverband an Euch herantrat und darum bat, das Catering für den „Tag der Nachhaltigkeit“ bzw. den 24. Bildungstag zu übernehmen?

Team: Das war eine echte Herausforderung, der wir uns aber gerne stellten. Wir wollten wissen, inwieweit und ob wir überhaupt der Anforderung „Nachhaltigkeit“ gerecht werden können. Nachhaltig zu kochen bedeutete für uns zunächst schon mal: kein Fleisch, regional, möglichst aus biologischem Anbau, ohne unnötige Verpackungen etc. einzukaufen. Da war die erste Aufgabe, geeignete Anbieter zu finden! Umliegende, erreichbare Märkte wurden abgeklappert, wir recherchierten regionale Anbieter, die auch die benötigten Mengen liefern konnten. Das war schon nicht einfach und wir mussten den Umkreis auf 50 km erweiterten. So stammte das Mehl z.B. von einer Mühle im Odenwald. Das alles kostete sehr viel Zeit, aber alle haben mitgemacht! Grundsätzlich kochen wir sowieso mit saisonal bedingten Angeboten und da ist das Gemüse aus der Region im Herbst oft schon nicht mehr so üppig. Da wir mit einem attraktiven Speiseplan zeigen wollten, dass vegetarische bzw. vegane Küche richtig gut schmecken kann, mussten wir uns natürlich anstrengen. Doch wir hatten Glück, selbst Paprika von einem Bauern aus Pfungstadt und die letzten Zwetschgen aus Griesheim konnten wir noch beziehen!

Was bedeutete das für die Schülerinnen und Schüler? Sie sind es wahrscheinlich nicht gewohnt, so sehr auf Inhaltsstoffe, Herkunft und Produktionsbedingungen der Lebensmittel zu achten, um danach ihren Einkauf auszurichten?

Team: Ja, da gab es manches Aha-Erlebnis! Aber alle waren sehr offen und interessiert! Selbst wir Lehrkräfte mussten uns noch einmal ganz anders auf das Thema einlassen. Zwar kochen wir selbstverständlich alles selbst – Verpackungen aufreißen, das können die Jugendlichen auch alleine! (allgemeines Schmunzeln). Dennoch ist es etwas anderes, ob ich im Großeinkauf bei Metro alles auf einmal besorge, oder ob ich mich mit Herkunft und Anbau jeden einzelnen Produktes auseinandersetzen muss. Trotz der Mühen und des sehr hohen Zeitaufwandes haben sich die Schülerinnen und Schüler darauf eingelassen und zeigten sich am Ende begeistert, es habe mehr Spaß gemacht als normaler Unterricht, meinten sie im Rückblick.

In welchem Umfang ist „Nachhaltigkeit“ ein Thema, im Unterricht und unter den Schülerinnen und Schülern selbst?

Team: Im Unterricht schauen wir schon darauf, hier ein größeres Problembewusstsein zu schaffen. Aber den Aufwand, den wir für das Catering erbringen mussten, ist im normalen Geschäft nicht realisierbar! Wir beschäftigen uns natürlich genauer mit den Lebensmitteln und haben z.B. schon selbst Sauerkraut produziert. So gibt es auch sehr wenig Nudeln bei uns und wenn, dann sind die selbst gemacht. Wir haben für das Catering alles in Eigenproduktion hergestellt, verschiedene Sorten Brot und Kuchen gebacken, den Belag, die Knödel, die Maultaschen etc. - und den Öko-Kaffee Fair Trade aus Mainz bezogen! Nur selbst bei größtem Aufwand stößt man an Grenzen, z.B. bei den Filtertüten. 100% Nachhaltigkeit ist so gut wie nicht erreichbar! Dennoch ist es wichtig, den Fokus darauf zu richten, denn für viele unserer Schülerinnen und Schüler ist das völlig neu. Die Bewegung „Fridays for Future“ ist für die meisten bei dieser Gelegenheit auch erstmals in den Blick gerückt! Abgesehen davon ist es sowieso schon eine große Leistung für ca. 200 Personen zu kochen, anzurichten und den übrigen Service zu leisten! Da sind wir stolz, was die Schülerinnen und Schüler geschafft haben! Im Rahmen schulischer Veranstaltungen übernehmen wir oft das Catering, bis zu 100 Personen bisher – aber der Bildungstag war schon etwas Besonderes. Für die Schülerinnen und Schüler war eigentlich der Kontakt mit den Besucherinnen und Besuchern des Bildungstages und die vielen positiven, persönlichen Rückmeldungen, die sie bekamen, das Wichtigste, sie konnten mit ihrer Leistung in der Öffentlichkeit überzeugen. Das ist sehr motivierend!

Wir finden auch, dass Ihr ein tolles Ergebnis hingelegt habt, und möchten Euch allen noch einmal herzlich danken!

Gefragt nach den äußeren Bedingungen, die ebenfalls zu einem guten Gelingen beigetragen haben, meinten Aurelia, Achim und Jan übereinstimmend, die Ausstattung der Cafeteria in der IKS hätte prima gepasst, und auch ihre Situation an der Werner-Heisenberg-Schule sei gut, sie genießen das Vertrauen ihrer Schulleiterin, die für solche Aktionen nicht nur offen ist, auch Freiräume gewährt und unterstützt.